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- 03.02.2010
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AutorenKino : She, a Chinese
Seit vielen Jahren ist das Filmfestival von Locarno eine der besonderen cineastischen Adressen. Seit mehr als 60 Jahren wird hier der künstlerische, der Autorenfilm gefeiert. Der letztjährige Gewinner des Goldenen Leoparden, „She, a Chinese“, macht da keine Ausnahme. Die chinesische Regisseurin und Autorin Guo Xiaolu erzählt in ihrem fünften Film eine in viele kleine Kapitel unterteilte Geschichte über die Sehnsucht nach Freiheit, Geborgenheit und Liebe. Und auch über die Neugierde auf das ach so gelobte Land: den Westen.
Die junge Chinesin Mei (Huang Lu) lebt weit ab vom Schuss in einem kleinen Dorf in der chinesischen Provinz. Neben ihrer Arbeit in einem Billardsalon am Rande einer Landstraße hilft sie ihren Eltern bei der Arbeit auf dem Felde und auf der Müllhalde. Das ist nicht das Leben, das sie sich vorgestellt hat. Sie will mehr und entschließt sich, in die nächst größere Stadt zu gehen. Doch auch hier ist das Leben kein Ponyhof. Sie verliebt sich in Spikey (Wei Yi Bo), der als Auftragsschläger für die hiesige Mafia arbeitet. Als er sterbend in ihren Armen liegt, entdeckt sie sein gespartes Geld und macht sich mit diesem finanziellen Polster auf nach London. Aber, life sucks, auch hier findet sie nicht das ersehnte Glück.
Der Film lebt von seiner lakonischen Erzählweise und von der jungen Hauptdarstellerin, die allen Widrigkeiten und Nackenschlägen zum Trotz immer wieder aufsteht und weiter ihren Weg geht. Besonders die Szenen in China beeindrucken. Manch einer mag dem Film vorwerfen, dass der rote Faden der Geschichte zu blass oder die Entwicklung der Figur zu schwach ist. Dennoch ist dies ein unabhängig produzierter Low-Budget-Film, der eindrucksvoll von der Suche nach Identität und der Liebe des Lebens erzählt.
FR/D/GB 2009, 98 min, R: Xiaolu Guo, D: Lu Huang, Wei Yi Bo, Kinostart: 4.2.
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