Porträt : Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie heute

Foto: Piffl
Dorothee Tackmann
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Was treibt ausgewachsene Ägypter dahin, mit entrückten Blicken in blauen Chiffontüchern unter Beethoven-Klängen herumzuflattern? Es ist die Eurythmie, tänzerischer Ausdruck der anthroposophischen Weltanschauung. Letztere verbinden Außenstehende auch mit Pastellfarben, achteckigen Häusern, zensurlosen Zeugnissen, Waldorfschulen und Weleda.
Christian Labhart stellt sieben Anthroposophen zwischen Kairo und Sylt in ihrem Arbeitsumfeld vor. Die Lehrer, Landwirte und Aktivisten erzählen, großteils in krächernem Schwyzerdütsch, von pädagogisch wertvollen Initiativen, Sommerfesten, Bergwanderungen, Leitsätzen und Hornmistpräparaten, von Bewusstseinserweiterungen und -einengungen. Eine weihevolle Beschaulichkeit, die Christoph Marthaler offenbar gut zu nutzen weiß. Einer der hier Porträtierten studiert die Kollektivarien für seine Theaterstücke ein.
Ansonsten vermeidet es Labhart hartnäckig, das Visier aufzuziehen und die Bedeutung der Anthroposophie vor dem Riesenangebot nachhaltiger Lebenskonzepte zu betrachten. Auch die ganzheitliche anthroposophische Medizin fehlt, ebenso die organische Architektur. Ein Film von Insidern für Insider. Hie und da verfranst er sich in Meinungen und Gutmenschelei – und wird weder dem vielseitigen Anthroposophie-Begründer Rudolf Steiner noch den vorgestellten Persönlichkeiten gerecht. Dorothee Tackmann

CH 2010, 82 min, R: Christian Labhart, Kinostart: 4.3.
www.zwischenhimmelunderde.ch

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