Science Fiction : Moon

Foto: Koch Media
Lutz Göllner
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Am Ende hat David Bowie seinen Major Tom dann doch mächtig in die Pfanne gehauen: „We know Major Tom’s a junkie“, verkündete er 1980 in seinem Song „Ashes To Ashes“. Noch bei seinem ersten Auftreten in „Space Oddity“ aus dem Jahr 1969 – damals heftig von Stanley Kubricks „2001“ inspiriert – war Major Tom ein romantischer Verlierer, der am Ende des Songs für immer durchs All trieb; sein letzter Gedanke galt seiner liebenden Frau.
Auch Sam Bell (Sam Rockwell), ein Arbeiter-Astronaut, der seit drei Jahren die Mondfabrik Selene überwacht, liebt seine Frau Tess über alles und freut sich nach 1.000 Tagen Einsamkeit auf die Rückkehr. Sein einziger Gesprächspartner ist der Roboter Gerty (im Original unnachahmlich von Kevin Spacey gesprochen). Doch dann bekommt Sam gesundheitliche Probleme: Kopfschmerzen, er kann nicht mehr richtig sehen und beginnt zu halluzinieren. Eine Routineuntersuchung in einem Mondpanzer endet in einer Katastrophe, und schließlich erwacht Sam wieder in der Station und steht seinem jüngeren Ich gegenüber.
Regisseur Duncan Jones ist der Sohn von David Bowie (als Kind erhielt er allen Ernstes den Zweitnamen Zowie), die Ähnlichkeiten zwischen Vaters „Major Tom“-Charakter und seinem Sam Bell sind ihm angeblich gar nicht aufgefallen. Sie spielen auch höchstens eine anekdotische Rolle, denn dieser Debütspielfilm von Jones, der vorher ausschließlich Werbung drehte, steht ganz locker für sich alleine.
Mit extrem wenig Geld hat der 39-Jährige einen der besten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre gedreht, ein pessimistischer Blick auf die Technik der Zukunft und die Rolle des Menschen darin, irgendwo in den Untiefen zwischen „2001“, „Silent Running“, „Alien“ und natürlich „Solaris“ angesiedelt. Wo aktuelle SciFi-Streifen den Zuschauer mit teuren Effekten erschlagen, setzt Jones vollkommen auf eine spannende Handlung, die rätselhafte Umgebung und den schauspielerischen Tour-de-force-Ritt eines einzelnen Mannes: Sam Rockwell beherrscht diesen Film locker von der ersten Minute an. Ähnlich wie Jones’ Vater Bowie ist ja auch Rockwell kein Fremder im Weltall: In „Per Anhalter durch die Galaxis“ spielte er Zaphod Beeblebrox, den Präsidenten der Galaxis. Und irgendwann ist er dabei bestimmt auch mal Major Tom begegnet. Duncan Jones dagegen plant als nächstes einen Berlin-Film – ganz auf den Spuren seines Vaters?    

GB 2009, 97 min, R: Duncan Jones, D: Sam Rockwell, Kevin Spacey (Stimme), Kinostart: 15.7.,  www.moon-derfilm.de

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