Pulsmesser: Sammlung Scharf-Gerstenberg: Museum-Eröffnung im Stülerbau

Foto: SMB
Max Glauner
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Das ist doch schön: Wieder eröffnet in Berlin ein Museum. Im umgebauten östlichen Stülerbau gegenüber des Schlosses Charlottenburg machen die Staatlichen Museen Berlin am zehnten Juli die Sammlung Scharf-Gerstenberg unter dem Titel „Surreale Welten“ zugänglich.


In den 1990er Jahren sprach man noch von einer Verwaisung des Charlottenburger Museumsquartiers. Ab in die Mitte ging die Galerie der Romantik, ihr nach die Ägyptische Sammlung mit Nofretete. Diese Lücke war mit der exquisiten Sammlung Berggruen nicht zu schließen. Trotz deren Schwerpunkts auf Klee und Picasso kamen nicht mehr genügend Besucher. Doch mit der Sammlung Scharf-Gerstenberg dürfte sich die Situation im Westen erheblich ändern. Schon im Jahr 2000 präsentierte die Neue Nationalgalerie die von dem Enkel des Versicherungsunternehmers und Mäzens Otto Gerstenberg, Dieter Scharf (1926-2001), zusammengetragene Sammlung der Klassischen Moderne, die Werke des Surrealismus von Goya bis Max Ernst, von Odilon Redon bis Hans Bellmer vereint.  Das Angebot ergänzt das von Berggruen im westlichen Stülerbau ideal.


Es wäre also eitel Sonnenschein zu vermelden, wäre hier nicht wieder eine private Sammlung unter dem Dach einer öffentlichen Institution einquartiert, die so dem Stifter ein Mausoleum auf Staatskosten errichten kann. Dass es da nicht immer schön und uneigennützig zugeht, hat man in Berlin wie zuletzt beim Trubel um Heiner Bastian und die Sammlung Marx öfter erfahren. Zunächst sind die Verträge auf zehn Jahre ausgelegt. Im Lauf der Dekade wird über Ausstattung und Verbleib der Sammlung neu verhandelt. Man kann nur hoffen, dass sich die Staatlichen Museen dann gegenüber ihren Leihgebern souveräner als bisher verhalten.                       

Ab 11.7.: Sammlung Scharf-Gerstenberg, Schloßstr. 70, Di-So 10-18 Uhr, www.smb.museum/ssg


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