Kunst - Fotoausstellung: Astrid Busch: Geheimnisse im Schatten

Was zunächst harmlos erscheint, wird in der Totalen bedrohlich. Die abgebildeten Menschen gehen oft rätselhaften Verrichtungen nach, scheinbar ohne zu ahnen, dass die Kamera sie beobachtet. Da zieht eine Frau konzentriert den Lauf einer gespannten Leine nach, hinter der eine Treppe in einen unbestimmten Raum führt. Eine andere Frau liegt flach auf dem Boden, sieht etwas, dass sich im Schwarz des Schattens verbirgt, und ist im Begriff, sich auf- und dem Betrachter zuzuwenden. Wie in einem Kriminalfilm wächst die Spannung oft aus dem, was nicht zu sehen ist. Busch wählt Ausschnitte, die den Betrachtern wichtige Informationen vorenthalten, und setzt Licht und Schatten so ein, dass sie auf das Wesentliche hinweisen und es gleichzeitig verdunkeln.

Tatsächlich gewinnt die 39-jährige Künstlerin, die 2003 an der Kunsthochschule Weißensee bei der Malerin Katharina Grosse ihren Meisterschüler machte, viele Anregungen aus Filmen und Büchern. Doch bei der Arbeit an einem Bild rücken die Geschichten dann in den Hintergrund. So sind die stärksten Arbeiten diejenigen, die am wenigsten erzählen und den Betrachter auf sich selbst und seine Imagination zurückwerfen. Ausgerechnet ein Foto, das Astrid Busch nicht in dieser Ausstellung zeigt, spitzt dieses Prinzip zu: Es zeigt ein nordisches Holzhäuschen am Rand eines dunklen Waldes. Obwohl hier niemand agiert, wirkt die stille Szenerie höchst bedrohlich. Denn das Unheimliche, wusste schon Freud, kommt aus uns selbst.

Bis 10.3., Galerie Alexandra Saheb, Linienstr. 196, Mitte, Di-Sa 12-18 Uhr


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