Kunst_Kritik: "Open-End" bei Diskus


Schlussrunde mit Christian Schönwälders "Ohne Titel" und Heinz Schmöllers "Hund V" Foto: Uwe Walter, Courtesy of Galerie Diskus Berlin
Matthias von Viereck
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Der Kreis schließt sich. Vor genau zwei Jahren eröffneten zehn junge Bildhauer und Objektkünstler aus Dresden in der Berliner Brunnenstraße die Produzentengalerie Diskus. Zum Start zeigten sie ihre Arbeiten in einer Ausstellung mit dem Titel Open. Jetzt überführt Birgit Ostermeier, die die Galerie für die Künstler leitet, Diskus in eine klassische Galerie. Viel wird sich nicht ändern: Name und Standort bleiben, ebenso der Schwerpunkt Skulptur. Nur drei der neun Künstler verlassen die Galerie, die internationaler werden und im Sommer auch einen japanischen Klangkünstler präsentieren will. Zuvor aber stellt Ostermeier noch einmal Arbeiten des ganzen Teams unter der Überschrift Open-End aus. Erstaunlich viel Flachware findet sich in der finalen Schau, darunter erstmals auch Papierarbeiten von Stefanie Bühler, Stella Hamberg und Susanne Starke. Hamberg, die zur Galerie Eigen+Art wechselt, zeigt Tuschezeichnungen mit archaischem Personal: mit Stöcken bewehrte Männer, eine Frau mit Schuppenpanzer, erlegte Tiere. Auch Britta Jonas’ Hingucker, eine Videoinstallation mit gefilmtem und animiertem Material, entführt mit einem maskierten Fruchtbarkeitstanz in alte Zeiten. Mitten im Raum steht eine der stärksten Arbeiten: Christian Schönwälders zwei Meter hohes Holzobjekt mit Schlitzen, irgendwo zwischen Kummerbriefkasten und Rakete, das in seiner Offenheit unterschiedlichste Assoziationen weckt. Wesentlich kleiner, aber nicht minder überzeugend ist Christian Korths Bronze mit Mann, Pissoir und Bierflasche, der es mühelos gelingt, Rauschzustände hervorzurufen. Nicht jede Arbeit besticht. Stefanie Bühlers Collagen bleiben steril, das Vogelhaus vor Vulkanlandschaft ist schnell übersehen. Trotzdem: Wenn Diskus einen so offenen Skulpturenbegriff vertritt wie in diesem Finish, dann müssen sich die ehemaligen Produzenten auch in Zukunft nicht verstecken. Bis 31.3.: Galerie Diskus, Brunnenstr. 196, Mitte, Di-Sa 11-18 Uhr


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