Pulsmesser: artupdate

Dieser Tage liegt die zweite Berlin-Nummer von „artupdate“ in Galerien, Museen, Hotels aus. Das Besondere: Auf der Rückseite des kostenlosen Faltplans mit Berliner Kunstadressen findet sich eine Karte von London mit aktuellen Ausstellungen in der britischen Hauptstadt. Zwei Städte in einem, das ist neu, obwohl es in Berlin schon einige Kunstpläne gibt. Etwa den „Index“ oder den Folder des Landesverbandes Berliner Galerien. Keine journalistischen Produkte, sondern Werbemaßnahmen, für die die Galerien zahlen. Auch bei „artupdate“.


Laut Herausgeber entrichtet jede der aufgeführten Galerien einen dreistelligen Jahresbeitrag. Die Berliner Ausgabe hat eine Auflage von 25.000 Exemplaren. Zweimonatlich soll der Plan erscheinen, 70 Galerien und Institutionen listete die erste Nummer, darunter bekannte Namen wie Eigen + Art und die NGBK. Man wolle, so sagt Chris Coombes, Mitgründer des Londoner Unternehmens artupdate, vor allem „Kunst-Professionals und Sammler“ erreichen. Ein Plan also für die „Movers and Shakers“, die heute in London, morgen in Berlin zwischenstoppen?


Nicht nur, doch die Ausstellungsinfos stehen nur auf Englisch im Plan. Und während man im „Kunst Magazin Berlin“, einem weiteren Anbieter kostenpflichtiger Ausstellungsinfos, zu jeder gelisteten Schau einen Kurztext findet, beschränkt sich „artupdate“ auf die Daten: wo, wann, wer. Stark die visuelle Gestaltung, inklusive großer Karte vom Lietzensee bis zum Strausberger Platz. Das erste „artupdate“ erschien 2003 in London. Ableger gibt es in New York, San Francisco, Paris. Und warum jetzt Berlin? „Die Stadt ist sehr dynamisch“. Eine nette Untertreibung dafür, dass es in Kunst-Berlin zur Zeit vor allem an einem mangelt: Orientierung.    

Erhältlich in ausgewählten Berliner Galerien und Kunstinstitutionen, www.artupdate.com


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