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- 30.09.2008
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Pulsmesser: Trash-Museum eröffnet
Jetzt gibt es also ein Trash Art-Museum in Berlin. Eigentlich ist es nur ein Raum, vielleicht 80 Quadratmeter groß, auf einem Garagenhof in Pankow. Die künstlerische Arbeit mit Reststoffen, gerne auch als „Müll-Kunst“ verunglimpft, scheint damit ihren Nimbus als experimentelle Form verloren zu haben, bereit, konserviert und exponiert zu werden. Gegen solch eine Vermutung sprechen allerdings die punkige Präsentation, der ehrenamtliche Betrieb und die generelle Unsicherheit solcher Projekte.
Gründerin Felicitas Adler aka Adler A.F., Künstlerin aus München, versteht den Ort in erster Linie als Zentrale für die weit verzweigte Schar der Recyclingkünstler. Ein Mal im Monat werden die Kuratoren, die Theatermalerin und Künstlerin Silke Gottschalk (Gottschalk*berlin) und der Bildhauer Daniel Witt hier eine Ausstellung plus Programm zeigen. Die Eröffnung des Museums Ende September ließ erahnen, was da kommen könnte: dadaistischer Tanz von Mireia Aragones und Bori Szente, Lieder des Schauspielers Mathias Kopetzky, Figürliches von Daniel Witt, Konkretes mit dem Müllkreuz des Fotokünstlers Matt Grau, eher Abstraktes von Gottschalk*berlin und Adler A.F.
Bleibt die Frage, welche Rolle solch ein Museum in Berlin spielen kann. Das Tacheles, einst Hochburg der Trash-Kunst, fällt in die Bedeutungslosigkeit. Laura Kikaukas Kunstbar „Schmalzwald“ – lange geschlossen. Das Bedürfnis Berliner Trash-Künstler nach einem Treffpunkt ist da nur konsequent. Kaum ein Ort bietet sich da besser an als der Garagenhof, in dem bereits Corinna Vosses „Kunst-Stoffe“, ein Reststofflager für Künstler, residiert. Adler A.F. schwärmt von der Vielseitigkeit des Geländes: Die Dächer möchte sie bespielen, vielleicht das verfallene Vorderhaus integrieren. Da ist noch Phantasie drin.
Trash-Art-Museum, Kunst-Stoffe, Berliner Straße 17, Pankow, Tel: 27 57 45 74, Fr 11-20 Uhr, Eintritt frei, www.kunst-stoffe-berlin.de
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