Vorschau: 3. Europäischer Monat der Fotografie

Eine Mammutveranstaltung wie der Europäische Monat der Fotografie mit 130 beteiligten Galerien, Museen, Projekträumen und Kulturinstituten kann keine sinnvolle inhaltliche Klammer haben. Und sie braucht es auch nicht. Denn der Reiz der Veranstaltung, die mittlerweile zum dritten Mal in Berlin stattfindet, liegt in der Vogelperspektive. Die teilnehmenden Ausstellungshäuser zeigen Klassiker und Newcomer, daneben Experimentelles, Zeitgeistiges und verschollen Geglaubtes, ja, im Grunde herrscht ein heilloses Durcheinander aller Themen und Darstellungsformen der Fotografie.
Das lose Motto „Noch nie gesehen“ ist so ernst nicht gemeint. Es gibt zwar in der Galerie Berinson seltene Vintage-Prints aus dem wenig bekannten Spätwerk von André Kertész, aber die Porträts von Richard Avedon (Martin-Gropius-Bau) und Gisèle Freund (Willy-Brandt-Haus) gehören natürlich zu den oft und immer wieder gern gesehenen Ikonen der Fotogeschichte.
Selten gesehen haben dagegen die meisten Besucher wohl die Uferhallen im Wedding. Mit der Berlinischen Galerie in Kreuzberg gehören sie zu den zwei zentralen Orten der Veranstaltung. Hier gibt es junge, zeitgenössische Fotografie in fünf Ausstellungen und zahlreiche begleitende Symposien und Workshops. Wer sich von diesem Programm noch nicht ausgelastet fühlt, der kann im November noch nach Bratislava, Moskau, Paris, Rom, Luxemburg und Wien fahren. Diese Städte beteiligen sich nämlich ebenfalls am Europäischen Monat der Fotografie.                   

1.- 30.11.: Europäischer Monat der Fotografie. 9.11.-13.12.: Ausstellungen in den Uferhallen, Uferstr. 8-11, Wedding. Ab 2.11.: Ausstellungen
in der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, Kreuzberg, Mi-Mo 10-18 Uhr. Weiter Orte:
Kunst-ABC S. 107 und
www.mdf-berlin.de


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