Pulsmesser: Neues von der Berliner Kunst

Foto: Ulrike Mohr "Pilot", Film, 2007
Matthias von Viereck
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Zwanzig Jahre währt die Städtepartnerschaft Berlin-Istanbul, und viele Ausstellunghäuser feiern das Jubiläum. Soeben hat die Villa Oppenheim Mehmet Günyelis Fotografien von  tanzenden Derwischen gezeigt, im Kunstraum Kreuzberg haben sich „Off-Spaces“ aus Istanbul präsentiert. Nun sind hier Arbeiten von Berliner Künstlern zu sehen, die zwischen 1998 und 2009 mit einem Stipendium des Berliner Senats nach Istanbul gingen. Und als Krönung folgt im November „Istanbul Next Wave“ mit Kunst aus der Türkei im Martin-Gropius-Bau und in der Akademie der Künste. Floriert er also, der Austausch Spree-Bosporus?

Stéphane Bauer, Leiter des Kunstraums Kreuzberg und Kurator der Schau zum Istanbul-Stipendium, spricht von der „Besonderheit der Verbindung“, wünscht sich jedoch, „dass auf politischer Ebene die gegenseitige Wahrnehmung mehr befördert wird“. Ingrid Wagner, Koordinatorin bei der für die Vergabe der Istanbul-Stipendien zuständigen Senatskanzlei, betont den Stellenwert des Stipendiums, sei Berlin doch sozusagen „Teil der Türkei“. Auch funktioniere die Vernetzung mit der Kunstszene Istanbuls. So präsentiert sich der Landesverband Berliner Galerien im Dezember auf der Messe „Contemporary Istanbul“. Wagner hat aber auch beobachtet: Türkische Künstler gingen immer noch lieber nach Paris als nach Berlin, das wohl in der Türkei nach wie vor eher als Stadt für Arbeiter gelte. Sencer Vardaman vom Künstlerarchiv Berlinerpool (Schwerpunkte: Berlin, Istanbul) findet, für den Austausch müsse mehr getan werden: „besonders von türkischer Seite“. Über die aktuellen Ausstellungen sagt der gebürtige Istanbuler: „Wenn man das nur alle zehn Jahre macht, gibt’s keine langfristige Wirkung“.  Matthias von Viereck

Bis 4.10.: Berliner Istanbul Stipendiaten, Kunstraum Kreuzberg, Mariannenplatz 2, tägl. 12-19 Uhr, www.kunstraumkreuzberg.de


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