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- 14.09.2009
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Vorschau: Berlin 89/09
Wer Berlin in den 90er Jahren erlebt hat, will vielleicht gar nicht mehr von damals erzählen, von den gespenstisch leeren Neubauten in der Friedrichstraße, der Kunst in den Schlammlöchern des Potsdamer Platzes und all dem anderen. Weil es so schrecklich nach Mythos klingt, nach Glorifizierung einer Zeit, in der noch Wege offen standen, die heute blockiert scheinen. Und vielleicht war es ja auch ganz anders. Viele Menschen verloren damals Gewissheiten, zweifelten an Identitäten oder fühlten sich schlicht von den Ereignissen überrollt.
Es kommt also auf die Perspektive an, und da könnte unter all den Schauen, die die Ausstellungshäuser zum 20. Jubiläum des Mauerfalls zeigen, nun „Berlin 89/09“ in der Berlinischen Galerie eine der aufschlussreicheren werden. Denn sie kapriziert sich nicht auf den November 1989, sondern thematisiert den Wandel der Stadt bis heute – in drei Kapiteln und mit Arbeiten von rund 40 Künstlern. Zu den bekanntesten Beiträgen zählen Olaf Metzels „Fünfjahrplan“ (Abb.) und Sophie Calles Fotoserie „Die Entfernung“ mit Aufnahmen von den Leerstellen, die von den abgetragenen Symbolen der DDR blieben. Doch auch weniger bekannte Arbeiten berichten von den Berliner Brüchen, etwa Stefanie Bürkles interdisziplinäres Projekt zur Kleinstwirtschaft vietnamesischer Einwanderer. So verschieden sind die Themen, dass Co-Kurator Heinz Stahlhut, Leiter der Sammlung Bildende Kunst des Museums, „sie nicht in einem Satz zusammenfassen“ will. Zwei Tendenzen nennt er dann doch. So waren es vor allem Künstler aus dem Westen, die nach den Spuren der verschwindenden DDR suchten. Und künstlerische Zukunftsentwürfe schlagen oft eine alternative Nutzung von Gebäuden vor. Das wirkt, gemessen an großen Gesellschaftsentwürfen, wie sie 1989 platzten und sich nach 2001 und 2008 womöglich verflüchtigen, sehr pragmatisch und bescheiden. Doch in abermals 20 Jahren wird sich vermutlich zeigen, dass auch das ein Zeichen der Zeit war. Claudia Wahjudi
18.9.-31.1.: „Berlin 89/09“. Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, Kreuzberg, Eintritt 6/ erm 3 Euro, bis 18 J frei, www.berlinischegalerie.de
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