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- 23.11.2009
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PORTRÄT: Der Wert der Farbe
Streifen, Streifen, Streifen, gemalt oder gezeichnet und gedruckt: An mehreren Orten ist Frank Badur mit seiner elementar einfachen Kunst derzeit präsent. Für eine Art Momentaufnahme seines Schaffens haben sich gleich drei Berliner Galerien zu einer konzertierten Aktion zusammengefunden: Hamish Morrison zeigt Badurs neue Malerei, die Galerie Fruehsorge wie gewohnt die Zeichnung und die Berliner Filiale der französisch-schweizerischen
Galerie Jordan Seydoux präsentiert jüngst entstandene Holzschnitte.
Alle künstlerischen Techniken Badurs umfassend, macht die Präsentation zum 65. Geburtstag des Künstlers schon deshalb Sinn, weil der langjährige Professor der Universität der Künste auf jedem der drei Felder gleichermaßen zuhause ist. Badurs Ansatz ist mit „konkreter Kunst“ nur unzureichend beschrieben. Vom Dogmatismus der Konkreten hat er wenig. Seine Bildfindungen – früher meist nur zwei zueinander gebrachte Farbenflächen – sind eben nicht detailliert errechnet oder nach einem vorab konzipierten Schema konstruiert, sondern ergeben sich erst spontan beim Malen. Die Farbakkorde bei Hamish Morrison mit ihrer intensiven Farbigkeit, die gerade angesichts der über zwei Meter messenden Großformaten den Betrachter geradezu körperlich ergreift, bereitet Badur in einem Prozess des Findens und Verwerfens in Acryl auf der Leinwand vor, bevor er mit Öl die endgültige Komposition der Farbflächen in mehreren Schichten ins Bild setzt. Dass es sich bei den Motiven aller ausgestellten Gemälde um Streifen handelt und dass oft mehr als die früher üblichen zwei Farben zum Einsatz kommen, ist relativ neu für Badur.
Natürlich bilden die Bilder nichts ab, insofern arbeitet Badur „konkret“. Stärker wurzeln die Bilder aber in der Hard-Edge-Malerei der Amerikaner, für die die Reduktion auf den Eigenwert von Farbe und Form eine Befreiung von der Last der Bedeutung war. Anfang der 80er Jahre ermöglichte ein Stipendium Badur, die damals noch virile Strömung in den USA zu erleben. Inzwischen ist die Farbfeldmalerei zwar weder Mode noch Trend, aber sie hat sich als zeitloses Minderheitenprogramm erhalten – vor allem wohl deshalb, weil sie in ihrem Verzicht auf jegliche außerbildliche Wirklichkeit jederzeit goutierbar bleibt. Es zählt nur, ob die Bilder gut gemacht sind, ob sie ein Gefühl für Farbe und Proportion haben, und ob sie uns als Betrachter dann ansprechen. Das zeigen diese jüngsten Arbeiten – ob grafisch oder malerisch – mit Bravour. Ronald Berg
Bis 8.1.: Galerien Hamish Morrison und Fruesorge, Heidestr. 46-52, Tiergarten, Di-Sa 11-18 Uhr,
Galerie Jordan Seydoux, Auguststr. 22, Mitte, Di-Sa 12-18 Uhr
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