VIDEOKUNST: Ulrike Rosenbach

In den frühen 70er Jahren war Ulrike Rosenbach eine derjenigen, die aus dem Koordinatensystem des Kunstbetriebs ausbrachen, um Neuland zu entdecken. Video war das Medium, das solches Neuland repräsentierte: massentauglich, alltagserprobt und künstlerisch vollkommen unvorbelastet. „Video als Medium der Emanzipation“ lautet der Titel eines Essays der ehemaligen Beuys-Schülerin aus jenen Jahren. Damit gemeint war die Emanzipation von einer männerdominierten, auf Malerei und Skulptur fokussierten Kunst.

Rosenbach hat aus dieser Befreiung viel gemacht. Tolle Arbeiten sind in der Zeit entstanden: „Tanz für eine Frau“ (1975), „Isolation is Transparent“ (1973/74) und andere Video-Performances schaffen es, die kritisch-ironische Demontage von Weiblichkeitsklischees mit der ambitionierten Auslotung der ästhetischen Besonderheiten des Mediums Video zu verbinden.

Auf die 1970er folgten die 1980er Jahre  – und mit ihnen die esoterische Wende von Ulrike Rosenbach. Jetzt sollte es immer gleich ums Ganze gehen: Mensch, Geist, Natur, Körper. Von 1989-2007 lehrte sie als Professorin für Medienkunst an der Hochschule der Bildenden Künste Saar.

Rosenbachs aktuelle Ausstellung in der Saarländischen Galerie lässt beide Pole aufleuchten, indem sie Teile des Frühwerks mit späteren Arbeiten kombiniert. Schade nur, dass darunter die unkommentiert ausgestellten frühen Video-Performances leiden, während die späten Papierarbeiten eine Dominanz entfalten, deren tiefer Sinn leider verborgen bleibt. In sich schlüssig aber ist „Der Blütengenerator“ (2009) mit einer ins digitale Bild übersetzten Deckenrosette aus der Galerie – eine Hommage ans Ornament und an den Kreis, der im Oeuvre der Künstlerin von Anfang an eine zentrale Rolle gespielt hat.  Anja Osswald

Bis 5.12.: Saarländische Galerie, Am Festungsgraben 1, Mitte, Di-So 15-19 Uhr,
www.saarlaendische-galerie.eu


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