zitty-Bandcontest: New Berlin Underground

Ulf Lippitz
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Gute Konzerte sind Gänsehaut-Garanten. In Berlin findet man sie in Kellerclubs, Garagen und Hinterhöfen. Und beim großen zitty-Band-Contest
 

Ein Mädchen schrie gemeine Texte in das Mikro, ihr schwarzes Lack-Oberteil glänzte, ihre dunklen Haare wackelten – und immer wenn sie sich zu sehr nach vorne beugte, rutschte die linke Brust aus dem Oberteil heraus. Die Sängerin nahm das Hinausspringen so ungerührt hin wie DDR-Bürger früher die Schlangen vor dem Südfrüchteausschank. Sie musste sich bereits darauf konzentrieren, die Gewitterwände aus dem Keyboard zu übertönen und nicht mit den angemalten Mosch-Grufties aus der ersten Reihe zusammenzustoßen. Alles in allem war es ein normaler Abend im Kreuzberger West Germany.
Genauso wie der Gig einer in Berlin ansässigen Amerikanerin im heutigen Liveatdot. Sie skandierte ihre Elektro-Rock-Slogans breitbeinig, während ihre Keyboarderin einfach das Instrument spielen ließ und durch die Beine der Chefin kroch. Abschließend wechselten die beiden Frauen die Stellungen – und man bekam das Gefühl, hier seien zwei echte Stretching-Profis am Werk. Auch das war ein recht normaler früher Morgen an der Oberbaumbrücke.
Die beiden singulären Ereignisse zeigen, wie lebendig, schräg, wild, schlampig und unberechenbar die Berliner Live-Szene ist. Und erklären, warum sie ein so schillerndes Gesamtbild abgibt, warum Zehntausende Jugendliche jährlich in die Stadt reisen und in verrauchten Musikclubs ihr mühsam erspartes Geld ausgeben. Nirgendwo anders in Deutschland wuchert und gedeiht die Musikszene dermaßen wie in den Kellerclubs von Kreuzberg, Übungsräumen von Neukölln oder Garagen von Friedrichshain.

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Diese prekären Orte sind genau richtig, um den Schmelztiegel zu illustrieren, den die Nuller-Generation prägt: Sie haben null Einkommen und null Karrierehoffnungen. Wer Musik macht, tut dies mit dem Wissen, sich auf eine desolate Lebenssituation einzustellen. Galten in den 90er Jahren noch DJs und Deutschrapper als lukrative Zukunftsmodelle der Musikindustrie, begeben Musiker sich heute auf ein Karriereniveau von Supermarktkassierern. Selbst ehemalige Popstars aus Casting-Shows halten selten länger als eine Saison stand und dürfen später ihre Haut in Fremdschäm-Shows zu Markte tragen.
Eine gute Seite hat der Zusammenbruch der Strukturen: Ziemlich ungehindert können sich Musiker entfalten und ausprobieren. Sie loten in einem Do-It-Yourself-Prozess ihre Möglichkeiten aus. Und danach klingt Berlin: Nach Menschen, die an einen individuellen Ausdruck glauben – ob sie nun Schrammelrock im White Trash, Krawall-Elektro im Golden Gate oder Friedhofs-Kuschelrock im nbi spielen. Wir stellen einige der kreativen Musiker auf den nächsten Seiten vor, wir zeigen die neuen Strukturen in der Musiklandschaft – und wählen mit Ihnen die beste Live-Band der Stadt. Denn wir glauben: Nach der Krise ist vor dem Durchbruch.


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Kommentare

rupert's k.b.

very very good young musicians, perfect arrangements, performance & sound excellent. my favourite

dobro   23.09.2009 18:09 Uhr

Hey Rupert´s Kitchen

ich habe euch in Neukölln auf der Straße vorm Cafe gesehen, tolle Show trotz beginnendem Regen! Ihr hättet den Sieg, zumindest die Teilnahme verdient.

smooth   15.09.2009 12:56 Uhr

zum Wettbewerb teil nehmen?

Wie meldet mann sich an?

matjö   30.07.2009 12:00 Uhr

NEW BERLIN FUNKGROUND

Hallo, wir sind RUPERT'S KITCHEN ORCHESTRA.
Die Beste Berliner Funkband Der Welt (aus Berlin).
Wir sind so underground, daß wir nicht bei diesem Wettbewerb auftauchen, sondern auf den Straßen und in den dreckigen Ecken Berlins Menschen aus aller Herren Länder zum Beitritt der "Church of Rupert" bekehren. Hallelution!
Du willst auch den heiligen SOUL, den dreckigen, verbotenen FUNK!?!
Dann besuche unsere hardcorekommerziellen Mainstream-Websites:
www.rupertskitchen.de
www.myspace.com/rupertskitchen
und mindestens eines unserer Konzerte! :D
LOVE, ey!
Euer Orchester

Chrispy   30.07.2009 11:42 Uhr

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