zitty-Bandcontest: Egotronic

Fabian Soethof
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Egotronic sind keine Newcomer. Über 22 Jahre machte ihr Friedrichshainer Gründer, Torsun, Punkmusik in so verschiedenen Formationen wie Face Reality, Kalte Zeiten oder Verstrahlte Sektorkids. Er rief 2002 Egotronic ins Leben, weil sich die Produktionsmittel änderten: Aus den Gitarren wurden Computer, Deutschpunk ging in Electropunk  über. Die Haltung blieb, nämlich im Zweifel dagegen. Torsun, Endie und KT&F, seit ihrer scooteresken WM-Provokation „Ten German Bombers“ und dem Szenehit „Raven gegen Deutschland“ Speerspitze eines neudeutschen Anti-Establishments, messen sich nur an ihren eigenen Ansprüchen. Und einer davon heißt Tanzbarkeit.
„Wer wird denn rumstehen? Wir wollen Euch tanzen sehen, Beats für die Beine und ‘ne Message für den Verstand!“, schallt es bei Egotronics Szenehit „Raven gegen Deutschland“ zu einem Anarcho-Sound aus tiefen Beats und Synthesizern aus den Boxen. An HipHop orientiert sich Torsun trotzdem nicht: „Never mind the Sex Pistols, here’s Egotronic“, heißt es geschichts- und selbstbewusst auf dem bandeigenen MySpace-Auftritt. Wegen dieser linken Punkattitüde können Egotronic mit den Freunden von Frittenbude, NYC-Post-Hardcore-Legende Walter Schreifels oder sonst wem kollaborieren –  die Glaubwürdigkeit ist ihnen gewiss, weil Egotronic ein „Für-Etwas-Sein“ am, pardon, Arsch vorbeigeht. Torsun, Endie und KT&F sind die Deichkinder Berlins, sie leben die „Remmidemmi“-Maxime vor: „Impulsive Menschen kennen keine Grenzen.“ Und schon gar keine Schubladen in der Musik.    

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