: Was ist Mediaspree?

Die ganz große Chance für den Osten Berlins, sagen manche. Der ganz große Ausverkauf seiner wertvollsten Flächen, sagen andere. Darum geht’s beim Bürgerentscheid: Auf bislang un- oder zwischengenutzten Grundstücken am Spreeufer zwischen der Elsenbrücke am Treptower Park und der Jannowitzbrücke in Mitte sollen in den kommenden Jahren Bürogebäude, Hotels und andere Neubauten entstehen. Die Planungen stammen überwiegend aus den 90er Jahren. Wegen der wirtschaftlichen Flaute wurden aber bis heute längst nicht alle Bauvorhaben umgesetzt – die Investoren finden ganz einfach keine Mieter. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens fordern jetzt, die bereits genehmigten Bebauungspläne zu ändern. So soll kein Gebäude dichter als 50 Meter am Ufer stehen. Außerdem sollen keine Hochhäuser entstehen.


Die Parole des Bürgerbegehrens, „Mediaspree versenken“, suggeriert zwar, dass es einen klaren Adressaten gibt. Das ist aber nicht so. Mediaspree ist lediglich ein Label. Außerdem gibt es seit 2001 den Verein „Mediaspree“, dem Grundstückseigentümer, Projektentwickler sowie Vertreter des Senats und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg angehören. Der Verein Mediaspree funktioniert als Anlaufstelle für Investoren und Unternehmen, die sich im Gebiet ansiedeln wollen. „Netzwerke knüpfen und Informationen vermitteln“, so beschreibt Geschäftsführer Christian Meyer seine Hauptaufgaben. Mit den eigentlichen Planungen habe er nichts zu tun, betont er, das sei Sache von Grundstücksbesitzern, Investoren und Bezirk. Aber gerne betont der Verein Mediaspree den öffentlichen Nutzen der Bauvorhaben. In den bereits realisierten Vorhaben wie dem Energieforum und der ver.di-Bundeszentrale an der Schillingbrücke, den Treptowers oder den Speichern am Osthafen, wo Universal und MTV residieren, seien 15.000 Arbeitsplätze entstanden. Einige tausend könnten noch hinzukommen – und so die wirtschaftliche Entwicklung im strukturschwachen Friedrichshain-Kreuzberg beschleunigen.


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