: Was spricht gegen Mediaspree?

Wenn tatsächlich alle Bauvorhaben umgesetzt werden, dann müssen alternativkulturelle Kleinode wie die Bar 25, Kiki Blofeld und die Maria am Ufer nach neuen Grundstücken suchen. Es wäre schade drum, aber das ist nicht der einzige Punkt, vielleicht nicht einmal der schwerwiegendste. Volker Härtig ist Mitinitiator des „Spree-Rats“ in der Kreuzberger SPD und einer der führenden Mediaspree-Gegner in der Partei. Er ärgert sich nicht nur über die konkrete Gestaltung der einzelnen Bauvorhaben oder darüber, dass Mediaspree aus dem Flussufer eine Bürocity macht. Härtig prangert vor allem an, dass der Bezirk seine Gestaltungsmöglichkeiten kaum wahrgenommen hat. „Bei vielen Planungen hat der Bezirk darauf verzichtet, einen qualifizierten Bebauungsplan aufzustellen“, erklärt er. Das bedeutet: Obwohl es möglich gewesen wäre, detaillierte Auflagen zu erlassen, hat der Bezirk das nicht getan. Für Härtig ist derartiges Laisser-faire in derart sensiblen Bereichen vollkommen unverständlich. „Das ist eine Frage des Selbstverständnisses“, meint er. „Und des Mutes.“


Aber die Initiatoren des Bürgerbegehrens richten sich nicht nur gegen die Kommerzialisierung des Ufers und fehlende Freiflächen. Sie befürchten auch, dass Mediaspree einen Sogeffekt entwickelt – dass also die Aufwertung des Ufers auch zu einer Aufwertung der umliegenden Quartiere führt. Eine Steigerung des Mietniveaus wäre die Folge, ein stärkeres Engagement von Immobilienfonds und damit einhergehend die soziale Entmischung der Viertel. „Diese Tendenzen sind schwer zu prognostizieren“, meint Stadtsoziologe Andrej Holm von der Humboldt-Universität, „aber sie sind auch nicht auszuschließen.“


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