- Artikel
- 24.02.2007
-




Magazin_Thema : Die bessere Stadt ist möglich! Heute: Im Abgeordnetenhaus
Zentrum der Macht? Zukunftswerkstatt! Foto: 360-berlin/Jens Knappe
Im Abgeordnetenhaus – Herrschaft der Greise
Die Fakten: Laut Prognose des statistischen Bundesamtes wird das Durchschnittsalter in der Bundesrepublik im Jahre 2050 bei etwa 50 Jahren liegen, es wird ungefähr doppelt so viele über 65-Jährige wie unter 20-Jährige geben. In Berlin wird die Entwicklung wohl etwas gebremst verlaufen, weil die Stadt auch in Zukunft besonders viele junge Menschen anziehen dürfte. Nichtsdestotrotz wird sich auch hier die Altersstruktur gravierend ändern.
Es ist an der Zeit, dass Berlin sich gedanklich auf die Zukunft einstellt. Dazu gehört zunächst einmal, Alter nicht mehr vorwiegend als Belastung anzusehen. Zentral dabei: den tendenziellen Einstellungsstopp für über 50-Jährige zu überwinden und bereits jetzt die Selbstverständlichkeit generationenübergreifender Zusammenarbeit im Berufsleben zu kultivieren.
Vorbild gefällig? Im Berliner Abgeordnetenhaus sitzen mehr über 60- als unter 30-Jährige, die Abgeordneten haben bereits jetzt zu Beginn der Legislaturperiode ein Durchschnittsalter von knapp 45 Jahren. Das bedeutet: Wenn keine Neuwahlen dazwischenkommen, bewegt sich der aktuelle Senat auf einen Altersschnitt von 50 Jahren zu. Gibt es einen besseren Probelauf für das überalterte Berlin des Jahres 2050? Allein in Sachen generationenübergreifender Zusammenarbeit scheint das Abgeordnetenhaus wenig beispielhaft. Die jungen Abgeordneten sind von den exponierten Posten in Partei und Parlament meist noch weit entfernt, die jüngste Fraktion stellt die FDP – und die hat ja in Berlin schon seit langem nicht mehr viel zu melden. Dass der Ruf der Zeit nach einem Miteinander von Jung und Alt die Berliner Politik dennoch erreicht hat, verrät erst ein Blick in die Büros der Abgeordneten. Da sitzt sie, die Jugend. Als Zuarbeiter auf 400-Euro-Basis. Sie recherchieren, sie schreiben Reden, pflegen Terminkalender, kurz: Sie halten den Betrieb am Laufen.
Und? Beklagen sie sich, wenn man sie fragt? Nein, sie sagen, dass sie interessante Erfahrungen sammeln und stolz sind, so früh schon Verantwortung zu übernehmen. Sie fügen sich willig in die entstehende Gerontokratie, die Herrschaft der Greise. Denn sie wissen: Auch sie werden eines Tages alt sein. Und dann schlägt ihre Stunde.
Navigation
-
Brandenburg »
Brandenburg -
Fototouren »
-
Berlin »
-
Stil & Mode »
Shopping in Berlin
zitty Suche
Login
Zitty Empfehlung
Umfrage
Wählen Sie ihr Lieblingsfeindbild
Wer ist Ihr Lieblingsfeind? Wir wollen es wissen.Wegen der großen Nachfrage wieder aktiv!
Hier finden Sie den Artikel zur Abstimmung!

Ihr Kommentar
Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.