Mariona
zitty-Kritik 16/2011
Kreuzberg war ja mal bekannt als Little Istanbul. Wegen der vielen Türken. Und Döner-Buden. Höchste Zeit für einen weiteren Spitznamen: Little Barcelona. Denn gefühlt eröffnet rings um den Görlitzer Park fast monatlich ein neues spanisches Lokal. So wie die Bar Raval, das Maria Mulata, Las Primas, Manuelas Tapas, um nur ein paar zu nennen. Das Mariona ist nun ganz neu im Kiez, bietet spanisch-katalanische Küche und ist trotz starker Konkurrenz eine echte Bereicherung. Natürlich werden auch hier Tapas angeboten, allerdings nur mittags. Täglich wechselt die Abendkarte, darauf zu finden: eine großzügige Vorspeisenauswahl (zum Beispiel die gebratenen Kräutersaitlinge für 5,50 Euro oder die Jakobsmuscheln auf Kürbispüree für 7 Euro – alles schmeckt hervorragend), und vier bis fünf Hauptspeisen (zum Beispiel argentinische Rinderhüfte mit einem exzellenten Rote-Beete-Risotto für 16 Euro). Dazu gibt es selbst gebackenes Brot und eine großzügige Auswahl spanischer Weine. Wer Süßes liebt, kann wählen zwischen Panna Cotta mit Bitterschokolade (5,50 Euro) oder verschiedenen Obsttartes (4,50 Euro). Die Bedienung ist aufmerksam und freundlich, auch Koch Josep tritt im Laufe des Abends mehrmals aus seiner offenen Küche hinaus zu den Gästen an den Tischen vor der Tür. Dort kann man mit Blick auf die Hochbahn zwischen wild rankenden Blumen und Pflanzen hoffentlich noch ein paar Monate die sommerliche Großstadtidylle genießen. Franziska Klün
Kommentieren
Kommentare
Es sind keine Einträge vorhanden