französische Komödie von Anne Fontaine mit Isabelle Huppert, Benoit Poelvoorde und Andre Dussollier
Inhaltsangabe
Sie (Isabelle Huppert) wohnt mit ihrem Lebensgefährten (André Dussollier) und dem gemeinsamen Sohn in einem schicken Appartement gegenüber vom Jardin du Luxembourg, dem früher königlichen, heute staatlichen Schlosspark. Er (Benoît Poelvoorde) lebt alleine mit seinem Sohn in einem Lieferwagen. Sie ist eine renommierte Galeristin, Chefin einer angesehenen Sammlung moderner Kunst. Er lebt von Gelegenheitsarbeiten und der Wohlfahrt. Sie hat sieben Jahre lang an der Universität studiert. Er ist fast sieben Jahre lang hinter Gittern gesessen. Sie steht mit dem Kultusministerium auf du und du. Er ist jedem alkoholischen Getränk zugeneigt, dessen er habhaft werden kann. Sie genießt intellektuelle Debatten. Er liebt gelegentlichen Sex mit vollbusigen Bettgenossinnen. Sie leben in zwei verschieden Welten und können den Anblick des jeweils anderen nicht ertragen. Sie hätten sich eigentlich nie treffen sollen, aber sie haben beide heranwachsende Söhne, die trotz unterschiedlichster Herkunft die besten Freunde sind. Und so kommen sich auch die Erwachsenen über alle gesellschaftlichen Schranken hinweg näher näher als sie es eigentlich wollten.
zitty-Kritik 02/2012
Komödie
Wie ein belgischer Proll-Elefant trampelt Patrick (Benoït Poelvoorde) in die großbürgerliche Porzellanladenwohnung und -ehe der Galeristin Agathe (Isabelle Huppert) und des Verlegers François (André Dussolier). Die Söhne des Handwerkers und des Intellektuellenpaares gehen auf dieselbe Schule, und so kommt es, dass Patrick nicht nur im schicken Bad herumklempnert, sondern sich auch sonst ungefragt in das beschaulich-frigide Leben von Agathe und François einmischt.
Komödien mit Gesellschaftsschichten-Clash haben in Frankreich zurzeit Hochkonjunktur: Wie Cédric Klapischs „Mein Stück vom Kuchen“ oder „Ziemlich beste Freunde“ von Toledano/Nakache zieht auch „Mein liebster Alptraum“ seinen Humor und einen gewissen Charme daraus, dass zusammenkommt, was im Alltag nur selten zusammengehört. Regisseurin Anne Fontaine („Coco Chanel“) setzt hier jedoch auf einen etwas derberen Schlagabtausch bei gleichzeitiger hemmungsloser Figurenüberzeichnung.
Natürlich sieht man André Dussoliers Bonvivant und Isabelle Hupperts erotisch unterkühlter Zicke immer gerne zu, Poelvoordes bauernschlauer Dumpfbacke auch. Trotzdem bleibt nach dem zugegeben reuelosen Genuss des Films ein leises Bedauern darüber zurück, dass das Drehbuch nicht mehr als einen gehobenen Schenkelklopfer aus dem Stoff gemacht hat. Der funktioniert aber allemal. Gerald Jung
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