Beschreibung
Es sind fünf Jahre vergangen, seit dem Zusammenprall von Gaylord Fockers Eltern und der Familie seiner Frau Pam. Mittlerweile ist Gaylord Vater von Zwillingen, was die Focker-Familie vor ganz ungeahnte neue Probleme stellt.

Kritik
Der „Kreis des Vertrauens“ hat ein Mitglied verloren. Jack Byrnes (Robert De Niro) duldet bekanntermaßen keine Verräter: Schwiegersohn Dr. Bob ist in Ungnade gefallen – er hat Jacks Tochter Debbie mit einer Krankenschwester betrogen. So kommt die andere Krankenschwester ins Spiel: Schwiegersohn zwei, Greg Focker (Ben Stiller), ist zum leitenden Pfleger aufgestiegen, hat mit Pam (Teri Polo) Zwillinge gezeugt und ein Haus gekauft. Jack könnte also meinen, seine „Pamcake“ sei gut aufgehoben – wenn da nicht dieses durch Dr. Bob geschürte Misstrauen wäre. Als dann auch noch die heiße Andi Garcia (Jessica Alba) auftaucht, wird Ex-CIA-Agent Jack skeptisch: Widersteht Greg ihren Reizen? Kann er das Oberhaupt, der „Godfocker des Familienclans“, werden?
Nach „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ wird auch im dritten Teil der Focker-Saga der Slapstick in seiner rohsten Form zelebriert: Beim Anschneiden des Truthahns spritzt das Blut, Jacks durch Medikamente verursachte Dauerlatte kann natürlich nur mittels einer von „Schwester“ Greg verabreichten Spritze gelindert werden, saufende Handwerker (Harvey Keitel!) verzögern den Hausbau, und Pams Verflossener Kevin (schmieriger denn je: Owen Wilson) trägt noch dicker auf, um seine Ex zu beeindrucken. Die Ereignisse überschlagen sich und münden in ein unerbittliches Duell zwischen Schwiegersohn und Schwiegervater.
Leider ist in diesem üblichen Reigen die Pointen-Quote geringer als beim großartigen ersten und würdigen zweiten Teil der Reihe. Ob das am neuen Regisseur Paul Weitz („American Pie“, „About A Boy“) liegt, mag man nur spekulieren – womöglich sind die Konflikte und Witzschemata schon zu vertraut, als dass sie endlos zünden könnten. Das Schauspieler-Ensemble – allen voran Mimik-Akrobat Robert De Niro als grummlig-paranoider Katzenfreund – ist aber immer wieder sowas von bezaubernd, dass Schwächen im Drehbuch charmant übertüncht werden. Für ein „Meine Frau, unsere Großeltern, ihre Nachbarn und ich“ bräuchte es dann aber mal wieder ein paar frische Ideen.
 
„Little Fockers“, USA 2010, R: Paul Weitz, D: Ben Stiller, Robert De Niro, Jessica Alba, Owen Wilson, Dustin Hoffman, Barbara Streisand, Teri Polo, Harvey Keitel, Kinostart: 23.12.