Mondo Sardo
zitty-Kritik 01/2012
Es ist wie in Italien – wir verstehen kein Wort. Gastgeber Giovanni steht an unserem Tisch und spricht. Wir sitzen etwas belämmert in dem kleinen, einfach aber stilvoll eingerichteten Restaurant. Da seine Augen vor Begeisterung leuchten, bestellen wir ahnungslos, aber voller Vertrauen drei Gänge. Ein Mal ohne Einschränkung und ein Mal vegetarisch. Auch die Weinbegleitung überlassen wir dem Sarden.
Das Menü startet mit einer sämigen Kartoffelsuppe mit schwarzem Trüffel. Leider wurde der geschmacksarmen Winterknolle mit etwas Trüffelöl auf die Sprünge geholfen. Uns ist es dadurch einen Tick zu viel, auch wenn das Gericht ansonsten wirklich gut ist. Die Pasta ist hingegen großartig: hausgemachte Spaghetti in einer wunderbaren Sauce von Krustentierschalen mit Teilen vom frisch gekochten Hummer. Zwischendurch kommt Giovanni an den Tisch und erklärt uns, so übersetzt uns schließlich seine Lebensgefährtin, dass er keine Speisekarten mag. Lieber kocht er einfach drauflos, so wie für uns, und serviert dann zweierlei vom Lamm mit Gemüse sowie einen Auberginen-Auflauf. Das Fleisch ist gut gegart, das Gericht ist definitiv liebevoller gekocht als angerichtet. Auch die vegetarische Hauptspeise überzeugt. Die gegarten Auberginen gerieten allerdings etwas breiig.
Begleitet wird das Menü von sardischen Weinen aus regionalen Rebsorten, die man hierzulande kaum kennt. Zum Abschluss bringt uns der Kellner eine Dessertauswahl mit Tiramisu, Panna Cotta und Cialzons, süßen Teigtaschen. Man sagt den Sarden nach, dass sie mit großer Leidenschaft kochen. Eben das können wir dem originellen Wirt bescheinigen. Für das Menü inklusive Weinbegleitung zahlen wir gerade mal 35 Euro. Das war der Abend allemal wert, vor allem für Menschen, die italienische Inszenierungen mögen. Bernhard Moser
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