Parada (2012)
Motto: Siegessäule und Teddy präs. MonGay
Inhalt
Der ehemalige Kriminelle Limun besitzt eine Sicherheits-Firma, ist Kriegsveteran und dazu höchst homophob. Seine Verlobte Pearl steckt mitten in Hochzeitsvorbereitungen. Ihr Hochzeitsplaner ist der schwule Mirko. Frustriert von Limuns schwulenfeindlichen Beschimpfungen, will Mirko den Job schon schmeißen als Pearl ihrem Verlobten ein Ultimatum stellt: Nicht nur besteht sie darauf, dass Mirko bleibt. Das Jawort spricht sie nur dann, wenn Limuns Firma die von Mirko und seinem Freund organisierte Gay-Pride-Parade beschützt, die massiven Anfeindungen ausgesetzt ist. Das Alpha-Tier muss schließlich gemeinsam mit dem schwulen Pärchen für die Rechte von Homosexuellen kämpfen. Ohne Unterstützung der Polizei. Auf der Suche nach Sympathisanten reisen sie gemeinsam durch ein zerrissenes Land und engagieren dubiose Mitstreiter für eine gerechte Sache. Die alten Feinde Serben, bosnische Muslime, Kosovo-Albaner und kroatische Kriegsveteranen bilden zusammen eine utopische Truppe der besonderen Art, die es mit bunten Luftballons und Regenbogenfahnen gegen fiese Nationalisten und Neo-Nazis aufnimmt.
zitty-Kritik
Limun ist Chef einer Security-Firma in Belgrad und verdient sein Geld mit halblegalen Geschäften. Ein grober Klotz, ein homophober Nationalist, der in seinem Leben reichlich verbrannte Erde hinterlassen hat. Jetzt will er seine neue Freundin Pearl heiraten. Und weil sie für die Inszenierung der Feierlichkeiten den schwulen Mirko angestellt hat, kommt es zu einer absurden Situation: Limun soll mit seiner Firma für den Schutz der bevorstehenden Schwulenparade sorgen, nur dann willigt Pearl in die Hochzeit ein. Seine Angestellten lassen ihn, wenig überraschend, mit diesem Projekt im Regen stehen. Und so begibt sich Limun gemeinsam mit Mirkos Lover Radmilo – ein echtes Dreamteam – auf eine Odyssee durch Ex-Jugoslawien, um eine Truppe einstiger Freischärler und Söldner zu rekrutieren.
Nein, an Klischees und stereotypen Überzeichnungen fehlt es nicht in dieser knallbunten Haudraufklamotte. Trotzdem: Die Wechsel zwischen satirischen und tragischen Momenten funktionieren, Klamauk und Sendungsbewusstsein gehen Hand in Hand. Dass eine solche Demonstration Schutz braucht, nicht nur vor offen Rechtsradikalen, sondern auch vor der bürgerlichen Gesellschaft, haben die zahlreichen Verbote von und Übergriffe auf Gay-Pride-Paraden gezeigt, zu denen es in Osteuropa in den letzten Jahren kam.
Auch wenn die Präsentation dieses Anliegens bei dem auf dem Balkan zum Überraschungserfolg avancierten Film kontrovers diskutiert wurde: Es handelt sich um ein überaus kämpferisches Werk im Gewand einer Komödie. Stephanie Grimm
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