Inhaltsangabe

Captain Jack Sparrow ist wieder da und kommt nicht los von der See, den Frauen, dem Rum und natürlich der Jagd nach geheimnisvollen Schätzen! Als sich seine Wege mit einer mysteriösen Frau aus seiner Vergangenheit kreuzen, hat ihn die attraktive Angelica (Penelope Cruz) schnell am Haken und treibt ihn auf das Schiff des ebenso legendären wie gefürchteten Piraten Blackbeard (Ian McShane). Ist die Verführerin vielleicht eine Verräterin und gar nicht hinter ihm, sondern hinter etwas anderem her? Auf der Suche nach der sagenhaften Quelle der Jugend nimmt Captain Jack Sparrow erneut Kurs auf ein atemberaubendes Abenteuer und stößt dabei auf anmutige Meerjungfrauen, aber auch auf gefährliche Zombies, skrupellose Halsabschneider und seinen alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush). Es wird eine Reise ins Ungewisse, auf der Jack nicht einschätzen kann, wen er mehr fürchten soll Captain Blackbeard oder Angelica.

zitty-Kritik 11/2011

Natürlich sind sie wichtig, all die Filmemacher, deren Werke vor allem dadurch bestechen, dass sie aussehen wie sehr gut gemachte Youtube-Videos. Wichtig nennt man diese Filme – Spaß machen sie selten. Dafür sind andere verantwortlich, in der Vergangenheit auch Regisseur Gore Verbinski, der mit seinen drei „Fluch der Karibik“-Filmen bewiesen hat, dass der unglaubliche Quatsch, der grandiose Blödsinn, der spaßige Unfug ins Kino gehört – und man sich im Prinzip nicht unbedingt unter Niveau unterhalten lassen muss. Verbinski, privat ein scheuer Mann, reanimierte den Piratenfilm und sorgte für weltweite Einspielergebnisse von zwei Milliarden Dollar. Der erste Teil der Serie wurde zudem für fünf Oscars nominiert. Aber für den vierten Teil „Fremde Gezeiten“ wollte Verbinski nicht mehr verantwortlich sein, Regie übernahm Rob Marshall, vielleicht liegt es an ihm, dass das gesamte Vorhaben abgesoffen ist.
Marshall ist ein Mann des Theaters, er spielte und tanzte am Broadway und drehte 2002 das Musical „Chicago“, für das er sich auch die Choreografie ausdachte – dass er darin ein Meister ist, sieht man „Fremde Gezeiten“ nicht an. Die Schauspieler torkeln über die Leinwand, was außer Johnny Depp als Captain Jack Sparrow natürlich niemand darf. Vor allem nicht Penélope Cruz, die in diesem Film Fragen aufwirft – vor allem die, was man an der eigentlich mal gefunden hat. Sie spielt eine Piratenbraut, sieht aber aus wie eine Bierzelt-Bedienung – man vermisst Keira Knightly. So, wie man vieles vermisst, was die Serie ausgemacht hat: die Selbstironie, die Bilder, die Action, die Dialoge, die Ideen. Von all dem ist weniger bis nichts vorhanden.
Es geht, kurz gesagt, um die Suche nach dem Jungbrunnen, nach dem Quell ewigen Lebens. Man ist, logisch, auf einem Schiff unterwegs und ein bisschen zu Fuß, man bekommt ein paar Probleme, vor allem mit Killer-Meerjungfrauen, viel geht kaputt. Noch mehr allerdings wird geredet, eigentlich wird dauernd gequatscht, aber weil das Drehbuch nichts taugt, taugen auch die Dialoge nichts – um die es in einem solchen Film ja ohnehin nicht gehen sollte.
Und selbst Johnny Depp kann den 3D-Film nicht vor dem Untergang bewahren – wir freuen uns deshalb auf seinen Gastauftritt in der Verfilmung von „21 Jump Street“, jener unglaublich schlechten TV-Serie, die ihm den Durchbruch brachte. Könnte grandioser Blödsinn werden.     Matthias Kalle