Die Botschaft der russischen und deutschen Kuratoren ist deutlich: Außer im 20. Jahrhundert mit den furchtbaren Weltkriegen  seien die Beziehungen zwischen Russen und Deutschen über die längste Zeit positiv und produktiv gewesen. Ihre Ausstellung „Russen und Deutsche“, die am 6. Oktober im Neuen Museum eröffnet, erinnert an die Beziehungen, die Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zwischen Russland und den vielen kleinen deutschen Staaten geknüpft haben, ein frischer Blick - über 20 Jahre, nachdem sich der Eiserne Vorhang gehoben hat.

(Mit einem großen Team von Wissenschaftlern haben sich das Historische Museum in Moskau und das Neue Museum daran gemacht, rund 1.000 Jahre Geschichte aufzuarbeiten und mit rund 600 Exponaten zu veranschaulichen, darunter Gemälde, Reliefs, Kleidung, Pretiosen, aber auch technische Neuerungen wie der Prunktelegraf von Siemens, der von Berlin in die Eremitage in St. Petersburg gelangte.

Für das Gelingen der Ausstellung ist auch Matthias Wemhoff verantwortlich, der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin. Eine große, eine heikle Aufgabe. „Russen und Deutsche“ wird sich an „Tür an Tür“ messen lassen müssen, der Ausstellung, mit der der Martin-Gropius-Bau 2011 rund 1.000 Jahre deutsch-polnische Geschichte streitbar inszenierte. Und „Russen und Deutsche“ wird unter genauer Beobachtung all jener stehen, die sich für Meinungsfreiheit einsetzen: Die Ausstellung ist Teil des offiziellen Deutschlandjahres 2012/13 und war im Sommer bereits in Moskau zu sehen. Die Berliner Schlagzeilen aus Russland wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch von Repressalien gegen Oppositionelle beherrscht, sowie im Sommer der Prozess gegen Mitglieder der Band Pussy Riot.)

Direktor Matthias Wemhoff führt Teilnehmer der  zitty-Art durch die Ausstellung „Russen und Deutsche“ und erläutert Hintergründe des hoch diplomatischen Projekts.