15.000 Israelis leben derzeit in Berlin, schätzt die israelische Botschaft. Und wie das Migranten eben tun, bringen auch die Israelis landestypisches Essen mit. In diesem Falle: Hummus. So auch das etwas karge, kleine Lokal „Sababa – Mama’s Kitchen“ unweit des Weinbergs-parks, auf dem etwas unbelebteren, vorderen Abschnitt der Kastanienallee. Das Sababa ist bereits die zweite Anlaufstelle für all jene, die entweder nach warmem Kichererbsenbrei süchtig geworden sind (was schnell passiert) oder generell Interesse an israelischem Essen haben. „Israelisches Essen“, das muss man ausdrücklich dazusagen, bedeutet hier: Essen, wie es in Israel gegessen wird. Denn natürlich sind weder die Kichererbsenbreigerichte noch die anderen warmen Speisen oder Salate, die es hier gibt, exklusiv israelisch, sondern – wie vieles im Land – eine Mischung aus allerlei Einflüssen. Die Gerichte im Sababa entstammen vor allem der arabischen, aber auch der persischen Küche, werden aber unorthodox serviert – also weder koscher noch strikt nach israelischen Gepflogenheiten. Extra für deutsche Bedürfnisse wurde etwa eine Hummusvariante mit Rinderhack und Zimt entwickelt, eine Art Hummus-Döner-Kombination, die in Anspielung auf den Nahostkonflikt „End of the Road“ heißt. Doch auch der ganz klassisch mit warmen, weichen Kichererbsen und der Tahini genannten Sesampaste servierte „Hummus Massabach“ (5,80 Euro) ist wunderbares Soulfood: Der Hummus ist frisch und warm und nussig und nicht zu cremig gerührt. Dazu passt sehr gut der Granatapfelsalat mit Koriander und grünen und roten Zwiebeln (klein 3 Euro, groß 5,50 Euro) oder auch der Tomate-Gurke-Minze-Salat, der im Nahen Osten mal israelischer Salat, mal arabischer Salat genannt wird und bei Sababa konsequenterweise „Peace Salad“ (klein 2,50 Euro, groß 5 Euro) getauft wurde. Auch der Name ist Programm: Ze’ev Avrahami, der Gründer und Inhaber des Sababa, hat als gelernter Journalist nämlich viel mehr auf dem Menü als bloß Essen. Wer mit Avrahami zu plaudern beginnt, sollte sich nicht nur auf einen angenehm gefüllten Magen einstellen, sondern gegebenenfalls auch auf eine laute, lustige und angeregte Diskussion über Deutschland, Israel und das Judentum.

Kastanienallee 50/51, Prenzlauer Berg, U Rosenthaler Platz, tägl 11-22 Uhr, www.facebook.com/Sababa.Mamas.Kitchen