Inhalt

Die 15-jährige Nina war Zeugin eines Mordes, den der skrupellose Waffenhändler Backer begangen hat. Deshalb beauftragt die Staatsanwaltschaft den ehemaligen KSK-Soldaten Max Fischer, Ninas Leben zu schützen, denn Backer will Nina unbedingt aus dem Weg räumen. Weil Backer offenbar einen Maulwurf bei der Staatsanwaltschaft bezahlt, kann Max niemandem mehr vertrauen: Er muss mit Nina vor seinen Polizeikollegen ebenso fliehen wie vor Backers Killern. Die Waise Nina hat eine schwere Jugend hinter sich und traut keinem Erwachsenen mehr – Einzelgänger Max hat dafür Verständnis, ist aber auf Ninas Unterstützung angewiesen, wenn er sie retten soll. Die lebensgefährliche, schier ausweglose Situation schweißt die beiden zusammen – sie freunden sich an und finden Zuflucht bei Rudi, Max' bestem Freund aus Kriegszeiten. Und als die Staatsanwältin Sara erfährt, dass ihr Ex-Freund Max Ninas Leben auf eigene Faust schützt, ist auch sie bereit, den beiden auf ihrer Flucht zu helfen. Doch weder Rudi noch Sara können verhindern, dass Backers Männer die Fährte wieder aufnehmen.

zitty-Kritik

Nachdem Til Schweiger in den letzten Jahren als Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person sehr erfolgreich mit Werken wie „Keinohrhasen“ oder „Kokowääh“ das deutsche Gefühlskino bediente, bringt er nun einen harten Action-Thriller an den Start. Der braucht Vergleiche mit internationalen Produktionen wie Denzel Washingtons „Safe House“ oder Jason Stathams „Safe – Tod­sicher“ nicht zu scheuen.
Schweiger spielt den Ex-KSK-Soldaten Max, der die 15-jährige Vollwaise Nina (Tils Tochter Luna Schweiger) vor den Killern des mächtigen Industriebosses Backer (Heiner Lauterbach) beschützen soll. Backer will Nina tot sehen, weil sie zufällig Zeugin eines Mordkomplotts wurde, das ihn hinter Gitter bringen könnte, wenn sie vor Gericht gegen ihn aussagt.
Schon die erste Actionsequenz – die Erstürmung einer Wohnung durch ein Killer-­Kommando – ist ein effektvoll inszenierter und gut getimter Shoot-Out, bei dem sich Max als echter Schutzengel für Nina profi­liert. Ton- und Bildschnitt setzen hier im deutschen Actionkino neue Maßstäbe. Nach diesem furiosen Auftakt sind Max und Nina nicht nur auf der Flucht vor Backers Mordbuben, sondern auch noch vor Polizei und Staatsanwaltschaft. Das ungleiche Duo ­findet zunächst Unterschlupf bei Rudi (Moritz Bleibtreu), einem ehemaligen Kriegskameraden von Max.
Natürlich kann man an „Schutzengel“ auch herummäkeln. Da wären etwa ein Schuss zu viel Verschwörungstheorie und Melodram sowie ein überflüssiges und kindisches Intermezzo Ninas mit tumben Streifenpolizisten gegen Ende des Films. Gelegentlich bleibt freilich auch die Logik auf der ­Strecke. Aber das gehört ja beinahe schon zwingend zum Genre Actionthriller. Unter dem Strich ist „Schutzengel“ ein sehenswerter Genrefilm mit einem Til Schweiger in Bestform. Als Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Ulrich Lössl