Small World
Beschreibung
Konrad Lang lebt seit vielen Jahren auf Kosten der Industriellenfamilie Senn, die ihn aber als Handlanger ausnutzt. Infolge einer beginnenden Alzheimer-Erkranknung kommen Konrads früheste Kindheitserinnerungen zurück.
Kritik
Konrad Lang hat sein Leben im Schatten der reichen Industriellenfamilie Koch verbracht: Er wuchs in ihrer Villa auf, wurde zum Spielgefährten des gleichaltrigen Sohnes Thomas. Verdrängt, doch nie ganz verstoßen kümmert sich der mittlerweile 60-Jährige um die Ferienvilla der Kochs. Doch dann wird er krank: Alzheimer. Die Kochs richten im Gästehaus eine Privatklinik für Konrad ein. Besonders die junge Ehefrau des Familienerben kümmert sich rührend um den ehemaligen besten Freund ihres Schwiegervaters. Doch bald spürt sie, noch frisch und fremd in der Familie, dass hinter den holzvertäfelten Wänden der Villa etwas lauert, das der diskrete Charme der Bourgeoise nicht mehr länger verdecken kann. Warum hat die uralte Familienpatriachin Elvira solche Angst vor Konrads immer klarer werdenden Kindheitserinnerungen?
Gerard Depardieu als alternder Lebemann, der zum großen Kind wird, trifft auf Alexandra Maria Lara – da kann doch eigentlich nicht viel schief gehen. Regisseur Bruno Chiche hat die Handlung von Martin Suters erstem Beststeller „Small World“ von der Schweiz nach Frankreich gelegt und stark gestrafft. Dramaturgisch ist das gut gelungen. Doch aus dem Gesellschaftsdrama wurde eine reine Familiengeschichte. Auf der Strecke bleibt der tiefschwarze Humor der Vorlage. Das ist schade, denn das Schauspieler-Ensemble hätte mehr drauf gehabt, als diese doch recht versöhnliche Interpretation von Suters bitterbösem Drama.
F/D 2010, 93 min, R: Bruno Chiche, D: Gérard Depardieu, Alexander Maria Lara, Francoise Fabian, Kinostart: 16.12.
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