Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Inhalt
Wir sparen ständig Zeit. Trotzdem haben wir am Ende immer weniger davon. Warum eigentlich?. Im Takt der elektronischen Kommunikationsmittel hetzen wir von einem Termin zum anderen. Doch für die wirklich wichtigen Dinge, wie Freunde, Familie scheint die Zeit nicht mehr zu reichen. Wer oder was treibt diese Beschleunigung eigentlich an? Ist sie ein gesellschaftliches Phänomen oder liegt alles nur am mangelhaften Zeitmanagement des Einzelnen? In seinem Kinodokumentarfilm begibt sich der Filmemacher und Autor Florian Opitz auf die Suche nach der verlorenenZeit. Wo ist nur die Zeit geblieben, die wir mühsam mit all den neuen Technologien und Effizienzmodellen eingespart haben? Opitz begegnet Menschen, die die Beschleunigung vorantreiben und solche, die sich trauen, Alternativen zur allgegenwärtigen Rastlosigkeit zu leben. Er befragt Zeitmanagement-Experten, Therapeuten und Wissenschaftler nach Ursachen und Auswirkungen der chronischen Zeitnot. Er trifft Unternehmensberater und Akteure, die im internationalen Finanzmarkt aktiv sind, die an der Zeitschraube drehen. Und er lernt Menschen kennen, die aus ihrem ganz privaten Hamsterrad ausgestiegen sind und solche, die nach gesellschaftlichen Alternativen suchen.Auf seiner Suche entdeckt er: ein anderes Tempo ist möglich, wir müssen es nur wollen.
zitty-Kritik
Immer mehr technische Hilfsmittel sollen unser Leben vereinfachen und machen es doch komplizierter. Vieles geht heute schneller, und doch fehlt oft die Zeit. So empfand der Dokumentarfilmer Florian Opitz sein Leben. Also ergründet er in seinem Film zunächst die Ursachen für den zunehmenden Zeitverlust. Er trifft Banker, Journalisten und Wissenschaftler und kommt zu der Erkenntnis, dass das Hamsterrad des Kapitalismus auf alle Sphären der Gesellschaft ausstrahlt. Der Umstand, schneller zu kaufen und zu verkaufen, verlangt auch im Privaten eine Beschleunigung, der man kaum folgen kann.
So weit so nachvollziehbar und erhellend. Leider beginnt Opitz nun nach Lösungen des Problems zu suchen und präsentiert Beispiele, die zwar interessant sind (etwa einen Ex-Broker, der nun Hüttenwirt ist), aber alles andere als repräsentativ. Denn wer Millionen auf dem Konto hat, dem fällt das Aussteigen leicht. Der eigentlichen Konsequenz seiner Überlegungen – dass es augenscheinlich kaum möglich ist, sich den kapitalistischen Strukturen zu entziehen – weicht Opitz dagegen aus. Das ist schade, denn mit dem versöhnlichen Ende verliert sein interessanter Film viel von seiner Relevanz. Michael Meyns
Kommentieren
Kommentare
Es sind keine Einträge vorhanden