Acht teils einsame Gruben sind auf dem Tempelhofer Feld zu sehen. Was wirkt wie eine Baustelle, wie die Anfänge eines neuen Schwimmbades vielleicht, ist das Ergebnis archäologischer Grabungen. Seit einigen Monaten suchen Studenten des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der FU Berlin hier nach Geschichte. Gefunden haben sie Fundamente des alten Flughafens, Zeugnisse des KZ Columbia-Haus sowie Überreste eines Friedhofes aus dem 19. Jahrhundert.

Am Tag des offenen Denkmals können die Besucher einen Schnitt – so nennt man die Gruben – besuchen. In der ganzen Stadt und auch im Brandenburger Umland stehen über 320 Denkmäler und mehr als 30 Veranstaltungen auf dem Programm. „Auf dem Tempelhofer Feld zeigen wir Fundstücke eines Zwangsarbeiterlagers. Eine alte Baracke und einen Splitterschutzgraben“, erklärt Ausgrabungsleiter Jan Trenner. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr das Holz. So können Besucher in der Glaubenskirche in Lichtenberg ein über 100 Jahre altes Holzgebälk bewundern. Die Flussbadeanstalt, ebenfalls in Lichtenberg, zählte in den 20er-Jahren zu den Berliner Highlights. „Da sieht’s aus wie in Fritz Langs Metropolis“, findet Koordinatorin Christine Wolf. Schiffsähnliche Architektur gibt es in der Siemensstadt. Die Gebäude der Ringsiedlung bestehen aus abgerundeten Bauelementen, wie etwa Bullaugen.

An vielen Orten werden zudem Führungen angeboten. Denkmalpfleger, Archäologen und Restauratoren erklären Arbeitstechniken. Hierdurch sehen die Besucher Details, die ihnen sonst entgehen.

Tag des offenen Denkmals, 8.-9.9., individuelle Routen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Alle Veranstaltungen auf zitty.de