The Deep Blue Sea (2012)
Inhalt
Die vierzigjährige Hester Collyer (Rachel Weisz) lebt ein privilegiertes Leben an der Seite ihres Ehemannes Sir William Collyer (Simon Russel Beale), doch das scheint ihr nicht zu reichen. Als sie Freddie Page (Tom Hiddleston), einem jungen ehemaligen Piloten der Royal Air Force begegnet, ist sie sofort fasziniert von ihm. Sie beschließt ihr altes Leben aufzugeben und ein neues mit Freddie zu beginnen. Jedoch wird ihr bald klar, dass ihre Leidenschaft das Einzige ist, was sie zusammenhält. Als dann auch noch plötzlich wieder ihr Ehemann William auftaucht und sie zurück will, sieht sich Hester in einem Dilemma.
zitty-Kritik
Die Schwiegermutter hat’s gewusst: Leidenschaft führt ins Verderben. Doch Hester (Rachel Weisz) kann nicht anders, als ihren Mann für einen anderen zu verlassen. Mit dem etwas älteren William war alles bequem, ruhig, liebevoll – eine eintönige Sackgasse oder sogar Schlimmeres. Mit Freddie, dem feschen, ehemaligen Kampfpiloten, entdeckt sie ein anderes Leben, aufregend, voll gieriger Körperlichkeit und brennender Leidenschaft – aber ohne wirkliche Zukunft. Was ihr passiert sei, fragt William, auch nach der Trennung um sie bemüht: „Liebe. Das ist alles.“ Was sie aufzehrt: Sie wird nicht zurückgeliebt.
Rückblenden, kulissenhafte Settings und sorgfältig komponierte Bilder erzählen von der Vorgeschichte und dem Dilemma, das Hester in einen Selbstmordversuch treibt. Der Film beginnt mit dem Aufdrehen des Gashahns und dem Verfassen eines Abschiedsbriefes.
Der Film sieht an vielen Stellen aus, als spielte er nicht nur im Jahr 1950, sondern wäre auch damals gedreht worden. Das macht ihn ungemein faszinierend. Das Tempo ist gemächlich, der Einsatz der Musik sehr bedacht und voller Dramatik. Erst dadurch wirken Piano und Streicher so intensiv. Regisseur Terence Davies psychologisiert nicht, sondern beobachtet das Drama fast distanziert. Rachel Weisz lässt schmerzhaft deutlich werden, wie es einer Frau geht, die sich aus unerfüllter Liebe selbst demütigt. Sie sagt: „Ich werde dich nicht zum Bleiben überreden“ – tut aber genau das und verachtet sich dafür. Zu ihrem ehrlich besorgten Ehemann kann sie nicht zurück, auf Englisch sagt man für eine solche Zwickmühlen-Situation: „To be between the devil and the deep blue sea“. Daher der Titel. Petra Wille
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