Ein irischer Dorfbulle am Arsch der Welt: Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist zynisch, eigensinnig und nur ein bisschen korrupt, ein Einzelgänger, der seinen jungen Kollegen McBride nicht für voll nimmt. Als auf der Jagd nach Kokainschmugglern FBI-Agent Everett (Don Cheedle) in seinem Revier auftaucht, fühlt Boyle sich eher gestört. Erst als McBride über Nacht verschwindet, wird der Dorfbulle aktiv. Ihm wird klar, dass die Drogenschmuggler (fies: Liam Cunningham, Mark Strong und David Wilmot) den Cop verschwinden ließen und seine Vorgesetzten von den Gangstern bestochen wurden. Wie einst John Wayne zieht er (zur Musik von Calexico) zusammen mit dem FBI-Mann los, um den Koksschmugglern das Handwerk zu legen.
Regisseur John McDonagh gelingt in seinem Erstlingsfilm eine Mischung aus komischem Thriller und zynischem Heimatfilm.     Michael Pöppl

zitty-Kritik 20/2011

Buddymovie  
Hinter dem westirischen Galway ist die Welt zu Ende, dahinter: nur noch Meer. Der ortsansässige Polizist Gerry Boyle (Brendan Gleeson) nimmt es mit seinem Berufsethos nicht allzu genau: Drogenfunde streicht er für den Eigengebrauch ein, für sein leibliches Wohl lässt er einen aus Dublin angereisten Escort-Service sorgen. Mit dem gemütlichen Leben ist es vorbei, als sich das FBI in Gestalt von Wendell Everett (Don Cheadle) – dessen Hautfarbe offenbar die Idee für den selten beknackten deutschen Verleih-Untertitel lieferte – für die Geschehnisse an dem Küstenabschnitt interessiert. Ein riesiger Drogendeal steht bevor, ein schräges Gangstertrio ist bereits vor Ort. 
Aus diesem Clash der Kulturen – der rassistische Dorfbulle auf der einen, der schwarze FBI-Agent auf der anderen Seite – spinnt Regisseur und Drehbuchautor John Michael McDonagh einen pointenreichen Spaß, bei dem er etablierten Genrekonstellationen neue Winkelzüge abringt.

An manchen Stellen hätte der Filmemacher seine überbordenden Ideen ruhig ein bisschen strenger filtern dürfen. Doch letztlich ist eine runde Komödie daraus geworden, auch, weil er die Kumpelwerdung der beiden Polizisten schön spröde angehen lässt. Stephanie Grimm