Alles koscher!
Inhaltsangabe
Mahmud Nasir (OMID DJALILI) ist ein liebender Ehemann, aufopferungsvoller Vater und überzeugter, wenn auch nicht gerade strenggläubiger Moslem. Als seine Mutter stirbt, macht er jedoch eine Entdeckung, die sein komplettes Leben auf den Kopf stellt. Er findet seine Geburtsurkunde, die ihn nicht nur als Adoptivkind, sondern ausgerechnet auch noch als Juden ausweist. Sein richtiger Name ist Solly Shimshillewitz! Um seinen vermeintlichen Vater Izzy Shimshillewitz im Altersheim besuchen zu können, muss Mahmud dem kranken Mann als Jude unter die Augen treten, und so begibt er sich äußerst widerwillig bei dem jüdischen Taxifahrer Lenny (RICHARD SCHIFF) in die religiöse und kulturelle Lehre. Während Mahmud heimlich Jiddisch lernt und mit Lenny eine Bar Mitzwa besucht, wird seine Familie aufgrund seiner häufigen Abwesenheit langsam misstrauisch. Zudem kündigt sich Besuch an: Arshad Al-Masri (IGAL NAOR), ein fanatischer Prediger, will seine Zustimmung zur Hochzeit seiner Stieftochter mit Mahmuds Sohn Rashid (AMIT SHAH) erst geben, wenn er sich persönlich von Mahmuds Religiosität überzeugt hat. Dieser verspricht seinem verliebten Sohn hoch und heilig, sich wie ein frommer Moslem zu verhalten, doch das ist für den mitten in der Identitätskrise steckenden Mahmud leichter gesagt als getan.
zitty-Kritik 14/2011
Im Britischen gibt es den hübschen, nur schwer übersetzbaren Ausdruck des „funny bone“. Omid Djalili ist so ein lustiger Knochen: ein Typ, der alleine durch seine Aura komisch ist. Der Brite mit iranischen Wurzeln ist in seiner Heimat ein gefeierter Comedian und gibt hier den gebeutelten Mahmud Nasir. Der ist gemäßigter Moslem, Familienvater und Taxiunternehmer, ein zufriedener Mensch, der es sich in seinem britischen Leben ganz gemütlich eingerichtet hat. Bis Mahmud erfahren muss, dass er als Kind adoptiert wurde. Und seine leiblichen Eltern waren Juden. Der Identitätskonflikt nimmt seinen Lauf, Mahmut muss sich seinen Vorurteilen stellen und beginnt, sich für die fremde Religion zu interessieren. Unterstützung erhält er von seinem Nachbarn Larry. Doch damit nicht genug will Mahmuds Sohn Rashid demnächst die Stieftochter eines radikalen islamischen Predigers heiraten, was für Mahmud bedeutet, sich möglichst gläubig geben zu müssen. Zudem wittert seine Frau in Mahmuds merkwürdigem Verhalten eine Affäre mit einer anderen Frau.
Im Vergleich zu „Four Lions“ geht es in dieser Komödie warmherziger zu, wenn auch genauso komisch. Regisseur Josh Appignanesi stellt weder Mahmud noch die anderen Figuren bloß und punktet vor allem mit einem guten Gespür für Situationskomik. Und mittendrin: der lustige Knochen Omid Djalili. Martin Schwarz
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