zitty-Kritik 08/12

Aung San Suu Kyi, burmesische Freiheitskämpferin, Friedensnobelpreisträgerin, Symbol des friedlichen Widerstands gegen eine Militärdiktatur. In dieser Rolle ist sie weltberühmt geworden, doch jenseits ihrer politischen Aktivität ist Aung San auch Mutter und Ehefrau.

Diesen Konflikt zwischen Öffentlichem und Privatem, zwischen den Hoffnungen einer Nation und den Bedürfnissen ihres Mannes und ihrer Kinder, schildert Luc Besson in „The Lady“ als ergreifendes, tragisches Drama. Von seiner sonst oft plakativen Handschrift ist hier kaum etwas zu spüren, stattdessen vertraut Besson ganz seiner Hauptdarstellerin. Michelle Yeoh glänzt mit einer subtilen, zurückhaltenden Darstellung. Ihr zur Seite steht David Thewlis, der Aung Sans britischen Ehemann Michael Aris spielt. Der Hausarrest, unter dem Aung San Jahre leben musste, war die perfideste Strafe des Militärregimes, besonders, als Aris an Krebs erkrankte: Entweder ihren Mann in England besuchen und nicht nach Burma zurückkehren können oder ihn nie wiedersehen und den Kampf fortsetzen. Was das bedeutet, bringt der Untertitel auf den Punkt: ein geteiltes Herz.

 

„Dans la lumière“, F/GB 2011, 132 min, R: Luc Besson, D: Michelle Yeoh, David Thewlis, Kinostart: 5.4.