The Smashing Pumpkins (Rock) / Ringo Deathstarr
zitty_Konzertankündigung 24/2011
ALTERNATIVE ROCK
Billy Corgan ist ins Wrestlinggeschäft eingestiegen. Schon in den 90er-Jahren, als The Smashing Pumpkins zu den größten Rockbands der Welt gehörten, war ihr Frontmann Fan der Wrestler. Heute schreibt der 45-Jährige Storylines für das Show-Catchen. Das sei der Alternative- und Punkrock-Szene sehr ähnlich, sagt Corgan am Telefon, sie hätten viele junge Untergrundtalente unter Vertrag, aber auch ältere bekannte Namen. Seine Faszination für Wrestling liest sich beinahe wie die jüngere Geschichte seiner Band. „Mich interessiert die Psychologie dahinter“, sagt Corgan, der nie für leise Töne berühmt war. „Ich mag die griechische Tragödie des Ganzen. Die großen Themen im Wrestling sind Betrug, Freundschaft, Loyalität. Im Grunde reflektiert es das ganze Drama unseres Lebens.“
Auch ein Drama: 2000 trennen sich die Pumpkins, sieben Jahre nach ihrem frustdurchtränkten Durchbruchsalbum „Siamese Dream“. Gut, Drummer Jimmy Chamberlain hatte Drogenprobleme, aber Gitarrist James Iha, die Bassistin D’arcy Wretzky und ihre Nachfolgerin Melissa auf der Maur, alle hat der Kontrollfreak Corgan verschlissen. Er gründete neue Bands und half befreundeten, schrieb Soloalben und veröffentlichte Poesiebände, zog bei Cobain-Witwe Courtney Love ein und wieder aus – und wollte doch nur The Smashing Pumpkins zurück. Unter deren Namen – außer Corgan ist heute kein Gründungsmitglied mehr an Bord – veröffentlicht er Song für Song das neunte Album „Oceania“ umsonst im Internet. Doch mit Geldmacherei habe diese Reunion nichts zu tun: „Glauben Sie mir, wenn ich Kohle verdienen wollte, könnte ich in Hollywood bleiben und Werbung machen.“
Um Corgans Ego muss man sich bei aller ausgesprochenen Einsicht („Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn ich einfach gar nicht geredet hätte.“) keine Sorgen machen, um seine Zukunft auch nicht. Er schreibt gerade ein Buch über sein Leben und plant ein Broadway-Musical zu komponieren. Fehlt nur noch eine Familie: „Will ich auch mal gründen“, sagt er. Auf Gastgniedeleien von Ex-Scorpions Gitarrist Uli Jon Roth, wie es auf seiner letzten Tour 2007 geschah, wird Corgan auf den kommenden Deutschlandshows übrigens verzichten. Auf Trash Talk aber vielleicht nicht. Schließlich wäre er als Wrestler auch lieber einer von den Bösen: „Manchmal, wenn du auf der Bühne stehst, sagst du Dinge, die du nicht sagen solltest. Es würde Spaß machen, all diese Dinge sagen zu dürfen.“ Zum Beispiel? Billy Corgan grinst. Fabian Soethof
Weitere Informationen: Konzert: 23.11., 20 Uhr, Tempodrom, Tickets ab 50 Euro, www.smashingpumpkins.com
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