To Rome with Love
Inhalt
Alle Wege führen nach Rom auch die Schicksalslinien der Protagonisten von Woody Allens neuer Komödie TO ROME WITH LOVE. Sie werden in der Ewigen Stadt in haarsträubende Abenteuer verwickelt, die alle auch mit dem ewigen Thema "Liebe" zu tun haben: Der junge Architekturstudent Jack (Jesse Eisenberg) lebt eigentlich glücklich mit seiner grundsympathischen Freundin Sally (Greta Gerwig) in der Tiber-Metropole zusammen, gerät aber völlig aus dem Häuschen, als deren beste, aber auch höchst kapriziöse Freundin Monica (Ellen Page), für einige Zeit aus den Staaten zu Besuch kommt. John (Alec Baldwin), ein schon etwas in die Jahre gekommener Star-Architekt, der sich gerade mit Jack angefreundet hat, kennt diese Sorte Frau aus eigener schmerzlicher Erfahrung sehr genau. Seine verzweifelten Warnungen scheinen den jungen Mann allerdings wenig zu beeindrucken. Maßlos beeindruckt hingegen ist der ehemalige Opernregisseur Jerry (Woody Allen), der gerade mit Ehefrau Phyllis (Judy Davis) in Rom zu Besuch ist, und zwar vom Gesangstalent eines bescheidenen Bestattungsunternehmers, den er nun nicht zuletzt um seine eigene Karriere wieder in Schwung zu bringen ganz groß herausbringen möchte.
zitty-Kriitk
Die Europareise geht weiter: Nach London („Match Point“), Barcelona („Vicky Cristina Barcelona“) und Paris („Midnight in Paris”) ist Woody Allen nun in Italien: In den Straßen von Rom überlässt er seine Figuren wieder dem Wahnsinn des Menschseins, steckt sie ins Hamsterrad der Suche nach Liebe, Sex, Erfolg und Anerkennung.
Der amerikanische Architekt John (Alec Baldwin) spaziert durch das Viertel, in dem er als Student wohnte, und begegnet seinem jungen Alter Ego (Jesse Eisenberg), das gerade dabei ist, sich in eine egozentrische Herzensbrecherin (Ellen Page) zu verlieben. Jerry (Woody Allen), Ex-Opernregisseur und Ruheständler wider Willen, reist mit Gattin Phyllis (Judy Davis) an, um den italienischen Freund seiner Tochter und dessen Eltern kennenzulernen. Dabei entdeckt er beim Vater seines zukünftigen Schwiegersohnes eine außergewöhnliche Sangesbegabung. Währenddessen gerät ein frisch vermähltes Paar in ein Netz aus Verwechslungen und Missverständnissen rund um die rassige Prostituierte Anna (Penélope Cruz). Und der Römer Leopoldo (Roberto Begnini) ist plötzlich berühmt, ohne zu wissen, warum. Auf Schritt und Tritt verfolgt ihn die Presse mit Kameras und irrwitzigen Fragen.
In vielerlei Hinsicht ähnelt „To Rome With Love“ Allens Komödie „Ich sehe den Mann deiner Träume“. Der Film springt zwischen verschiedenen Episoden – und jede Episode in sich ist so gut besetzt und so charmant inszeniert, dass man einfach vergisst, wie banal das Gesehene eigentlich ist: Geschichten so hanebüchen wie eine Mischung aus Groschenroman und Teenie-Klamotte. Die Prostituierte, die sich in der Tür irrt, und so eine Verwechslungskomödie lostritt. Der lüsterne Schauspieler, der gerade eine Frau verführen will, als ein attraktiver Einbrecher dazwischenfunkt – und im Bett seinen Platz einnimmt. Der ehemalige Opernregisseur, der aus der Tatsache, dass sein Zögling nur in der Dusche perfekt singen kann, ein interessantes Bühnenkonzept entwickelt.
Und mittendrin Woody Allen, den man nach längerer Leinwandabstinenz endlich wieder in all seiner Brubbeligkeit erleben kann: „Ich war nie Kommunist, ich kann nicht mal ein Badezimmer teilen!“ Ein bekloppter Film. Extrem konstruiert, unrealistisch. Schrecklich albern. Wie schön.
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