Inhaltsangabe

Tom Sawyer (Louis Hofmann) hat den Kopf voller Streiche und treibt sich, wenn er nicht gerade ein neues Abenteuer ausheckt, am liebsten mit seinem besten Kumpel Huck Finn (Leon Seidel) herum, sehr zum Leidwesen seiner Tante Polly (Heike Makatsch), mit derTom und sein Halbbruder Sid (Andreas Warmbrunn) im Städtchen St. Petersburg am Mississippi leben. Seine Tante hat sich vorgenommen, Tom zu einem verantwortungsbewussten, anständigen Menschen zu erziehen. doch er wehrt sich, so gut er kann: ein Fantast, Pirat und Abenteurer wie er hat einfach keine Zeit, in die Schule zu gehen. stattdessen verbringt er jede freie Minute bei Huck, der am Ortsrand in einer Tonne lebt und dort völlig unbeaufsichtigt seine Freiheit genießt.

zitty-Kritik 24/2011

Neuverfilmung
Die Havel als Mississippi, Heike Makatsch als Tante Polly, Benno Fürmann als Indianer-Joe – was auf den ersten Blick etwas befremdlich klingt, entpuppt sich als überaus erfrischende Angelegenheit. Der große Vorteil: Anders als bei Winnetou oder Sissi gibt es zu Tom Sawyer keine Kinobilder, die sich ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt haben. Und so können die beiden Kölner Buben Louis Hofmann als Tom und Leon Seidel als Huckleberry Finn mit Verve ins altbekannte Geschehen springen, ohne von berühmten Vorbildern belastet zu werden.
Nach einigem Schabernack konzentriert sich die Geschichte auf den Schurken Indianer-Joe (ganz groß: Benno Fürmann), der dem harmlosen Säufer Muff Potter (ebenso groß: Joachim Król) einen Mord anhängen will. Doch Tom Sawyer hat die Chose beobachtet und bringt mit seiner Aussage gegen Joe nicht nur sich, sondern auch seinen Kumpel Huck und die von ihm angehimmelte Becky Thatcher in Gefahr.
Das Abenteuer wurde von der routinierten Regisseurin Hermine Huntgeburth („Bibi Blocksberg“) schmissig und mit viel Liebe fürs Detail in Szene gesetzt und bietet somit neuen Generationen die Möglichkeiten, die wunderbaren Erzählungen Mark Twains für sich zu entdecken. Für Kinder unter acht Jahren ist der Showdown aber zu gruselig, rät der Verleih. Die Fortsetzung „Huckleberry Finn“ wird übrigens bereits gedreht.   Martin Schwarz