Wäre dieser Begriff nicht so negativ besetzt, müsste man Valeria Eisenbart, 13, wohl als den Berliner „Kinderstar“ bezeichnet. Mit elf Jahren spielte sie schon an der Seite von Mads Mikkelsen im Thriller „Die Tür“, Rollen in den Kinofilmen „Hier kommt Lola!“, „Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland“ und „Wickie auf großer Fahrt“ folgten. Jetzt spielt sie Enid Blytons Georgina, die nur George genannt werden will.

Du hast schon in mehr Kinofilmen gespielt als mancher erwachsene Kollege. Wie fing sie an, deine große Karriere?
Ich habe mit dem Tanzen angefangen. In den Ferien nahm ich an einem Workshop teil und wurde Erste in den Kategorien Singen, Tanzen und Schauspielern. Der Regisseur Armin Völckers, der den Film „Leroy“ gemacht hat, war auch da. Er meinte, ich sei gut und sollte mich in einer Agentur bewerben. Das haben wir gemacht und dann kam eins zum anderen.

Du spielst jetzt die George in „Fünf Freunde“ – sie ist, wie schon die Svenja in „Wickie auf Großer Fahrt“, ein starkes wildes Mädchen. Entspricht das deinem Charakter?
George ist mir schon ähnlich. Ich bin auch abenteuerlustig, wie sie, aber weniger jungshaft. Quietschen macht mir schon Spaß.

Quietschen …?

Naja … quietscht schrill … wie Mädchen das halt machen. Da würde George sagen: Oh mein Gott! Was ist das denn!?

Kanntest du die „Fünf Freunde“-Geschichten vorher?

Ja, ich habe die Bücher gelesen. Und während des Drehs haben wir auch die alte britische Fernsehserie geschenkt bekommen. Ich habe nach Drehschluss im Hotel gleich die ersten zehn Folgen verschlungen.

Was passiert bei dir, wenn die Kamera angeht?

Beim „Action“ ist es, als hätte jemand einen Knopf gedrückt – dann schalte ich von Valeria auf George. Und beim „Cut“ bin ich wieder Valeria.

Wie bereitest du dich darauf vor?

Ich lerne den Text, dann wird geprobt. Die Schärfen werden gestellt, die Positionen gecheckt. Der Regisseur sagt, wo ich hinlaufen muss, wie ich mich bewegen kann. Ich mache natürlich auch Vorschläge, wie ich das machen würde, und oft, gerade wenn ich mich sonst unwohl fühle, sagt er: „Dann mach es so, wie du es für richtig hältst.“ Wenn das alles gecheckt ist, bin ich eigentlich schon in der Rolle drin.

Wie schaffst du es, Kino-Karriere und Schule zu vereinbaren?
Wenn ich am Drehen bin, begleitet mich immer mein Vater. Ein Klassenkamerad gibt zuhause alles, was schulisch ansteht, an meine Mutter, meine Mutter schickt es meinem Vater und mit ihm mache ich das dann. In den Drehpausen oder an einem freien Tag. Bei den Dreharbeiten zu den „Fünf Freunden“ hatte ich eh gerade Sommerferien, das war nicht so hart.

Freust du dich auf die Premierenfeier zum Film?

Ja. Ich mag den roten Teppich. Da sehe ich alle wieder, mit denen ich gearbeitet habe. Darauf freue ich mich. Aber morgen geht es erst mal in die Schule.