Vergissmichnicht
Beschreibung
Managerin Margaret hat schon als Kind weitergedacht als andere. Zu ihrem vierzigsten Geburtstag bringt ihr ein Notar Briefe, die sie als 7-Jährige geschrieben hat, um sich daran zu erinnern, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Kritik
Die kleine Marguerite sorgt vor. Weil sie schon ahnt, dass es auch ihr nicht gelingen wird, für immer ein Kind zu bleiben, schickt sie Briefe an ihr erwachsenes Ich. Die erreichen dann tatsächlich 33 Jahre später, pünktlich zum 40. Geburtstag, eine knallharte Karrierefrau, die sich mittlerweile Margret nennt. Margret steht kurz davor, einen wichtigen Deal mit einem chinesischen Kraftwerk abzuschließen und redet in unbeobachteten Momenten mit ihrer Sammlung von Porträts großer Frauen in ihrer Schreibtischschublade. Sie ist glücklich in einen Kollegen verliebt und will keine Störungen. Widerwillig lässt sie sich auf die Schatzsuche ein, die ihr die kleine Marguerite aufdrängt. Die Überdosis Nostalgie greift: Mit jedem Blütenblatt, das aus einem der bunt bemalten Briefumschläge fällt, findet Margret ein Stück weit zu sich selbst zurück.
Schon vor sieben Jahren hat der französische Regisseur Yann Samuell in seinem Debütfilm „Jeux d´Enfants“ die Welt der Kinder gegen die der Erwachsenen ausgespielt. Dieses Mal lässt er eine rosarote Mädchenkinderwelt in ein stahlgraues Designerbüro voller Macbooks einbrechen und Sophie Marceau als Margret wunderbar chaotisch und trotzdem tough durch ihre Midlifecrisis hampeln. Das macht Spaß und fühlt sich ein bisschen so an, als hätte sich Jean-Pierre Jeunets Amélie ins Businesskostüm geworfen. Doch diese Kindheit schmeckt zu süß. So ist „Vergissmichnicht“ ein liebenswerter Film mit einer etwas schlichten Moral geworden: Margrets Weg führt geradewegs aus dem Bürotower zum Brunnenbau nach Afrika.
F 2010, 89 min, R: Yann Samuell, D: Sophie Marceau, Martin Csokas, Kinostart: 23.12.
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