Nah am Wasser: Was passiert am Spreeufer?
Was derzeit gebaut wird:
Mercedes Vertriebszentrale
Der Rohbau wächst sichtbar in die Höhe. Bereits im Frühjahr 2013 will die Vertriebszentrale von Mercedes Benz mit den 1.200 Mitarbeitern vom Potsdamer Platz an die Mühlenstraße ziehen, gleich neben die O2-Arena. Um das 50 Meter hohe Haus mit Mercedesstern auf dem Dach gab es anfänglich Streit. Die Fassade sei zu langweilig, so der Vorwurf aus dem Bezirksamt. Die Architekten Gewers & Pudewill besserten nach. Die nunmehr gefalteten Fassadenfenster sorgen für abwechslungsreiche Lichtreflexionen, verspricht zumindest der Bauherr.
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Coca Cola Deutschland
Große Freiheit, so heißt das neue Gebäude etwas großspurig, das ebenfalls im Frühjar 2013 fertig werden soll. Als Mieter zieht die Deutschlandzentrale von Coca Cola ein, die zuvor in der Friedrichsstraße ihren Sitz hatte. Direkte Nachbarn werden MTV/Viva und das nh-Musikhotel sein. Das siebengeschossige Gebäude erhält eine markante Keramikfassade. Dabei werden laut Unternehmen umweltverträgliche Baustoffe eingesetzt.
East-Side-Park/Park an der Spree
Hinter der East-Side-Gallery befand sich früher der Todesstreifen. Zwei Parkanlagen sind entstanden, der East-Side-Park und der Park an der Spree. Den ehemaligen Kolonnenweg zieren japanische Kirschbäume. Allerdings endet dieser derzeit noch in einer Sackgasse, wegen der Strandbars Oststrand und Strandgut. Der Bezirk ist machtlos. Das Grundstück gehört einer amerikanischen Erbengemeinschaft, die dort bauen darf. Sollte es keinen Weg über das Privatgrundstück geben, soll er als Steg auf dem Wasser verlaufen.
Was derzeit geplant ist:
Uferpromenade
Das Ziel steht fest. In naher Zukunft wird man in Berlin die gesamte Spree entlangspazieren können. Was in Charlottenburg bereits möglich ist, soll nun auch in Friedrichshain-Kreuzberg verwirklicht werden, sobald die Gelder bewilligt sind. Drei Kilometer Uferweg entstehen aller Voraussicht nach bis zum nächsten Jahr auf der Kreuzberger Seite. Da, wo bereits Häuser stehen, soll der Uferweg als Steg auf dem Wasser verlaufen.
Spree Shopping Berlin
Das 60. Einkaufszentrum Berlins entsteht voraussichtlich ab 2013 zwischen Warschauer Straße und O2-Arena. Spree Shopping Berlin heißt der Einkaufstempel, der innerhalb eines Jahres fertig werden soll. 65.000 Quadratmeter misst das Projekt und ist damit in etwa so groß wie das Alexa am Alexanderplatz, nur zwei S-Bahnstationen entfernt. Ob es weiteren Bedarf für ein entsprechendes Einkaufszentrum gibt, ist umstritten.
Abriss Maria/Magdalena
Ben de Biel, Betreiber des Clubs Maria am Ostbahnhof, zog bereits im letzten Jahr die Notbremse. Zu unvorhersehbar wurde die Kommunikation mit dem Hamburger Investor. Neu entstehen sollen Büros, Wohnungen und ein Hotel. Ursprünglich war für diesen Sommer der Baubeginn vorgesehen, aber bis dahin residiert in der Lagerhalle der Club Magdalena. Wie lange, ist offen.
Spreefeld Berlin
Das Kiki Blofeld musste weichen. Dennoch wird das Spreefeld gerne als eine Art dritter Weg bezeichnet, da hier kein Großkonzern agiert, sondern eine Genossenschaft. Diese setzt auf gemeinschaftliches Wohnen und demokratische Mitbestimmung. Zusätzlich soll in einem alten Bootshaus ein Raum für experimentelle Kultur entstehen. Eine soziale Mischung ist erwünscht, die Mieten sollen günstig sein.
Cuvrystraße
| Das verwahrloste Grundstück in der Cuvrystraße 50-51 polarisiert seit vielen Jahren. Ein geplantes Einkaufszentrum wurde nicht errichtet. Der Firma Botag fehlte es an Geld. Nun will die Münchner Immobilienfirma Ritter-Holding AG eine Anlage mit Wohnungen, Büros und Einzelhandel bauen. Zuvor wollte auf der Brache das Guggenheim Lab Station machen, was Anwohner mit Protest verhinderten. Stattdessen siedelte sich dort nun ein Camp mit Zelten an. | |
Was noch in den Sternen steht:
Mörchenpark
Die BSR, ein kommunales Unternehmen, möchte das Spree-Grundstück meistbietend über den Liegenschaftsfonds verkaufen. Die Macher der alten Bar25 würden gerne wieder auf ihr Gelände zurück und haben hierfür die Idee des Mörchenparks entwickelt, ein kleinteiliges Künstler- und Gewerbedorf. Wider Erwarten kommt selbst aus der Politik Unterstützung für das Projekt. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat bereits den Bebauungsplan im Sinne des Mörchenparks geändert. Nun hängt vieles von Finanzsenator Nußbaum ab. Er sitzt im Aufsichtsrat der BSR.
Brommybrücke
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brommybrücke gesprengt. Die Reste eines Brückenpfeilers stehen bis heute in der Spree. Nach der Wende wurde der Wiederaufbau beschlossen, aber ein Bürgerentscheid sprach sich gegen eine Autobrücke aus. Seitdem liegt das Projekt auf Eis. Für eine reine Fußgänger-/Radfahrerbrücke fehlt derzeit das Geld.
Yaam
Einem spanischen Investor gehört das Grundstück, auf dem sich das Yaam befindet. Dieser duldet das Yaam bis auf Weiteres. Geplant sind vor allem Wohnungen. Wegen der Finanzkrise scheint der Baubeginn aber in weite Ferne gerückt zu sein.
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