zitty-Kritik 10/2011

Die Bedienung grüßt bestens gelaunt, an der Theke läuft Element of Crime: Darüber entwickelt sich ein lustiges Gespräch mit dem Tischnachbarn. Da die Begleiterin später kommt, bleiben noch ein paar Minuten in der zurückhaltenden Abendsonne, dazu schon mal ein feines Helles von Jacob, einer kleinen Oberpfälzer Brauerei.
Drinnen gibt es schlichte Wirtshaustische, das Mitterhofer serviert typisch Tirolerisches: Speckbrettl, diverse Knödel mit Spinat, Steinpilzen oder – natürlich – Speck drin. Die Leberknödelsuppe ist beste Wirtshauskost, die Brühe intensiv, der Knödel fein (5 Euro). Das könnte ein perfekter Urlaubsabend sein. Dann geht doch noch was schief: Zur Ochsenwade (13,50 Euro) kommt statt dem bestellten Speckknödel Kartoffelpüree und statt Kartoffelsalat wie gewünscht, liegen Bratkartoffeln beim Wiener Schnitzel (15 Euro). Auch okay, beides passt dennoch, nochmal tauschen wollen wir nicht. Die Bedienung entschuldigt sich ehrlich: „Dann kriegt ihr aber nachher einen Schnaps.” Später kommt der Wirt aus der Küche und nimmt alle Schuld auf sich. Ende gut: Nach dem guten, aber deftigen Essen kommt der spendierte Zwetschgenschnaps wirklich prima. Vor dem Gehen müssen wir mit dem Wirt auch nochmal vom Bärwurz-Schnaps probieren, Element of Crime singen dazu: „Wo deine Füße stehen, da ist der Mittelpunkt der Welt.” Selten ging etwas netter schief beim Essen.