Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe lädt zitty zur leserlounge ans Badeschiff in der ARENA Berlin. Ahne präsentiert sein neues Buch "Zwiegespräche mit Gott - Unser täglich Brot" (Verlag Voland & Quist). Mit dabei FIL, Jan Koch, Toni Mahoni und Zuckerklub.

Zum Buch.
Bereits zwei Bände von Ahnes „Zwiegesprächen mit Gott“ wurden in den letzten Jahren bei Voland & Quist veröffentlicht. Trotzdem sind Ahne und Gott die Themen seither nicht ausgegangen – wie auch, es gibt einfach zu vieles, was ihnen unter den Nägeln brennt. Und so besucht Ahne Gott immer noch regelmäßig in seiner Wohnung in der Choriner Straße in Berlin, um mit ihm zu palavern: über Gentrifizierung, Islam, Alkohol, Liedermacher, Dinosaurier,  Anziehsachen, Afghanistan und was die beiden sonst noch so beschäftigt. Ab Sommer 2011 kann man diese neuen „philosophisch-anarchistischen Dialog-Preziosen“ (Der Tagesspiegel) dann auch lesen und auf CD in den Fassungen von Radio Eins nachhören.

Zur Person.
Ahne, 1968 in Berlin-Buch geboren, ist gelernter Offset-Drucker. Die Wende war für ihn ein Glücksfall: Er wurde arbeitslos und Hausbesetzer. Jeden Sonntag liest er bei der Reformbühne Heim & Welt im Kaffee Burger, er war überdies etliche Jahre bei den Surfpoeten aktiv. Ahne ist einer der bekanntesten Lesebühnenautoren der Welt. Zuletzt erschienen: „Neue Zwiegespräche mit Gott“ und „Was war eigentlich morgen“.

Gastkünstler Jan Koch.
Jan Koch ist fürs Kabarett ist zu melancholisch, für die gehobene Lyrik zu verständlich und für Rockmusik zu allein. Mit einer schönen Gitarre, einer echten Stimme und leisem, unaufdringlichem Humor ausgestattet, füllt er die Bühne einfach aus. Hingabe und Bedacht sind der Stoff, aus dem diese Lieder und gerne auch mal Gedichte gemacht sind, und mit Hingabe und Bedacht werden sie auch vorgetragen. Es fehlt nicht an Komik und Ironie, aber sie machen bisweilen Pause. Die Stücke sind allesamt verwegen und verschlagen und siedeln in sicherer Distanz zum Belanglosen. Hier wird erst dann gesungen oder gesprochen, wenn es tatsächlich etwas zu sagen gibt, und die Musik ist in ihrer Vielseitigkeit und in ihrem Ausdruck mehr als nur ein Vehikel für die Texte.

Gastkünstler FIL.
FiL wurde 1966 als Philip Tägert geboren. Früher nannte man ihn auch den scheuen Phil oder den schauen FiL. Er ist Urberliner, im Märkischen Viertel aufgewachsen und Ex-Punk. Bereits mit zehn Jahren gewann FiL den Schreibwettbewerb der Berliner Morgenpost, 1980, mit vierzehn veröffentlichte er seine ersten Comics im Berliner Stadtmagazin Zitty, das seitdem in zweiwöchigem Rhythmus die Abenteuer seiner Helden Didi & Stulle präsentiert. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Kunstmaler konzentrierte er sich hauptsächlich auf seine Arbeit als Zeichner, ist seit 1992 allerdings mindestens genauso erfolgreich als Bühnen-Entertainer und Sänger tätig. Auch die Bühnenkarriere hatte sich schon früher abgezeichnet, als er - ebenfalls bereits mit vierzehn - als Frontman der Punkband Kollektiv Antiserum fungierte. Ständiger Begleiter seiner Bühnenshows ist der Handpuppenhai Sharkey.

Gastkünstler Toni Mahoni.
Toni Mahoni ist der Star der Podcast-Szene im Internet. Doch sein Talent geht weit über das Erstellen bissiger Videokommentare zum Zeitgeschehen hinaus. Er ist gleichzeitig ein erstklassiger Komponist und Texter, der zudem mit einer Stimme gesegnet ist, die man irgendwo zwischen Tom Waits und Paolo Conte ansiedeln kann. Ein deutscher Singer/Songwriter also, der den Begriff des Liedermachers mit den Mitteln der Generation @ modernisiert hat. In seinen Liedern philosophiert Toni Mahoni über die wichtigen Dinge des Lebens: Kaffee, Bier, Zigaretten oder den ewigen Wunsch, auch selbst endlich an die große Kohle ranzukommen. Bei aller Selbstironie rutscht er dabei jedoch nie in Klamauk und Albernheiten ab. Seine Texte haben eine poetische Melancholie, die sich in ähnlicher Form vielleicht noch bei Element Of Crime oder Vertretern der Hamburger Schule findet.

GastkünstlerZuckerklub.
Warum kriegt man eigentlich nie, was man will und wenn man es hat, will man es nicht mehr? Die singende Texterin Chio und die musizierende Lyrikerin Marlen Pelny bilden zusammen das Berliner Duo Zuckerklub. Sie spielen deutschprachigen SingerSongwriterpunk, bei dem man eher den Mittelfinger als den erhobenen Zeigefinger wahrnimmt.
Sie können singen und das klingt vor allem zweistimmig und sie wagen es, ironisch und melancholisch zugleich zu sein. Die Musik von Zuckerklub handelt von Brüchen im Leben und Erleben, von unbändigem Spaß und großer Melancholie.