Trilogie

1001 Nacht – Vol. 1: Der Ruhelose

Miguel Gomes’ Dokufiction-Projekt

ZITTY-Bewertung 6/6
ZITTY-Bewertung 6/6

„1001 Nacht“ übersiedelt den klassischen literarischen Rahmen in die Gegenwart, mit einer robusten Scheherazade (Crista Alfaiate), die im Speedboot übers Meer vor Bagdad flitzt. Die Stile wechseln so schnell wie die Protagonisten, aber in den rund zehn Episoden dominiert das komödiantische Element.

Ein Jahr lang sammelte der Regisseur mit einem Team große Schlagzeilen und kleine Lokalmeldungen. Waren die ­Storys packend, absurd oder berührend genug, dann schrieb man neue Drehbuch-Episoden. So gibt es nun neben den 1001-Nacht-Vignetten einen Dokumentarfilm über die Leidenschaften von Singvogelzüchtern, aber auch ein Kapitel über einen ruhestörenden Gockel.

1001 Nacht Teil 1: Der RuheloseFoto: Real Fiction Filmverleih
1001 Nacht Teil 1: Der Ruhelose
Foto: Real Fiction Filmverleih

Aus dem geplanten Film wurden in der Montage drei, jeder zwei Stunden lang – und immer unberechenbar. Ein Triptychon, das nun im Zwei-Wochen-Abstand ins Kino kommt. Den Anfang macht „Der Ruhelose“, in dem Scheherazade ihre Erzählung beginnt, gefolgt von der EU-Troika-Verhandlungsfarce und der Flucht des Regisseurs aus dem Film. Es sind Märchen und reale Geschichten, die von Generalstreiks, ­Demos, Migration und Arbeitslosigkeit handeln, aber auch von der Lust, die sich einen Weg zur Freiheit bahnt, zu einer Zukunft, die vielleicht noch lange nicht da ist.

„As Mil e Uma Noites: Volume 1, O -Inquieto“, POR/F/D/CH 2015, 130 Min., R: Miguel -Gomes, D: Crista Alfaiate, Dinarte Branco

„1001 Nacht – Vol. 1: Der Ruhelose“ jetzt im Kino