TANZFESTIVAL

Mash Dance Berlin

Zeitgenössischer Tanz aus Jerusalem erobert das Dock 11

Multimediatanz für Klein und Groß: „Amfibi“ – Foto: Idan Herzon

Beim Stichwort israelischer Tanz landet man schnell bei Tel Aviv und der Batsheva Dance Company. Doch auch Jerusalem hat eine umtriebige Szene zu bieten, was vor allem mit einem Ort zu tun hat: dem Machol Shalem Dance House. Das „MASH“ hat es in den letzten 15 Jahren geschafft, im politisch wie religiös hochsensiblen Schmelztiegel der „Heiligen Stadt“ zur Marke für Tanz und kulturelle Bildung zu werden. Und das nicht zuletzt dank der radikalen und mutigen Themensetzungen des Gründerteams Ofra Idel und Ruby Edelman.

Das Festivalpaket, mit dem sie nun ins Dock 11 kommen, vermittelt genau jene Heterogenität, die Jerusalem aktuell zu einem ­vibrierenden Ort für Künstler macht. ­Tzvika Iskias ist einer von ihnen. Der in Äthiopien geborene und in Israel aufgewachsene Ex-Batsheva-Tänzer taucht in „Black label“ tief ein in eine rasante ­Melange aus Humor und Drama, für die seine eigene Biografie Pate stand. Oder Shani Granot und Nevo Romano, die im Duett „An Hour with All-Eaters“ den Umgang mit Nacktheit neu vermessen. MASH-Ko-Direktor Ruby Edelman ist mit „Amfibi“, einem Multimedia-Tanzstück für Menschen ab 5 Jahren vertreten.

Neben dem Tanz geht es auch anderweitig in die Vollen: mit Workshops, einer Podiumsdiskussion und dem Film „the holycoaster s(HIT) circus“ aus schweizerisch-israelischer Koproduktion. Der verspricht zum Festivalabschluss noch satirische Spitzen auf Vorurteile abzuschießen. ANNETT JAENSCH

31.3.–2.4., Dock 11, Kastanienallee 79, Prenzlauer Berg, Eintritt 14, erm. 10 €