Berlin

157 Aktionen für’s Klima

Stromanbieter wechseln, klüger Urlaub machen. Benchmarks kennen, Geld entziehen: Wir hätten da einige praktische Vorschläge für den Klimaschutz. Von ganz leicht über sportlich bis professionell. Damit alle mitmachen können.  Und wollen

Es geht nicht mehr darum, ob dieser Sommer nur Wetter oder doch „schon der Klimawandel“ ist. Nicht darum, Recht zu haben oder nicht. Und nicht um jenes Gruseln, das rasch trendende Bilder auslösen, wie das Filmchen von dem Eisbären, der hungrig durch eine sibirische Stadt zieht. In diesem Gruseln schwingt eine selbstgefällige Komponente mit, eine Art entsetzter Stolz darauf, wozu Menschen fähig sind: Wir stellen den Planeten auf den Kopf. 


C02-Emissionen im Vergleich

Hin- und Rückflug  Berlin Tegel – Palma de Mallorca pro Person, je nach Linie und Flugzeugtyp

597–722 kg

siehe auch Punkte 22–24 für Einsteiger*innen

Pro-Kopf-Jahresemission (in Indien)

1.600 kg 

Ein Jahr Autofahren 
(Mittelklassewagen, 12.000 km)

2.000 kg 

Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen

2.300 k

(Quelle: atmosfair.de)



Das stimmt zwar, aber es geht auch eine Nummer kleiner. Der Klimawandel und seine Folgen ändern das tägliche Leben, in manchen Bereichen und Regionen wie auf den Nordseeinseln sehr schnell – in anderen so allmählich, dass die Verschiebunggen zunächst nicht auffallen. Vielleicht lässt sich die Klimakrise ja mit der Industriellen Revolution vergleichen: Auch diese kam nicht von heute auf morgen und nicht überall gleich schnell. Doch im Rückblick betrachtet, hat sie Städte, Staaten, Gesellschaften verändert – und, wie wir heute wissen, die Atmosphäre und die Erde. 

Illustration: Tobias Meyer

Ähnlich wird der Klimawandel wirken, auch auf Kultur. Schon jetzt, da die Gärten zu Frühjahrsbeginn in Blüte standen, wirkt das Lied „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“ wie aus einer anderen Welt. Und wie die Industrialisierung kann die Klimakrise Gesellschaften weiter spalten. In Pionier*innen und sogenannte Abgehängte, in Unternehmer*innen, die neue Chancen sehen, und Arbeitslose, in Arme und Reiche, in solche, die ihre Gesundheit schützen und höhere Wasserpreise zahlen können – und all diejenigen, die das nicht können. Leichtes Spiel für Rechtsaußen, für Populisten, Oligarchen,  autoritäre Regimes, korrupte Machthaber. Den Vereinten Nationen liegt seit Ende Juni ein Bericht vor, nach dem die Menschenrechte vielerorts im Klimawandel verloren gehen werden. In dem Papier ist laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ von einer „Climate Apartheid“, einer Klima-Apartheid, die Rede.

Die Klimakrise trennt bereits jetzt und hier. Generationen und Milieus, Berliner Zero-Waste-Bescheidwisser*innen von  postsozialistischen Luxus-Nachholer*innen in Brandenburg. Jedes Achtelgrad, um das die globale Mitteltemperatur nicht steigt, vergrößert die Chance, Klimaschutz sozial gerechter anzuwenden und die Krise halbwegs human zu bewältigen. 

Deshalb haben wir die nächsten zehn Seiten freigeräumt: für eine Auswahl von Aktionen im Klimaschutz. Für Laien, Fortgeschrittene wie Expert*innen. Ordentlich sortiert von Haushalt bis Finanzen. Damit  alle etwas finden, das sie in die Tat umsetzen können.

Weiterlesen

„Zuhören lernen“

Wieviel Klima steckt in Extremwettern?

Die Berliner Initiative Klimanotstand