JUBILÄUM

Der Reiz des Kooperativen

Das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) bildet seit zehn Jahren erfolgreich Performance- und Choreografie-Nachwuchs aus

Text: Annett Jensch

Studierende des HZT beim Stretching vor der Probe im Hof der Uferstudios – Foto: Marion Borriss

Kat Válastur zeigte unlängst eine Retro­spektive ihrer Arbeiten im HAU, Felix Marchand wirbelte in einem Tanzstück für Kinder durchs Podewil und Raphael Hillebrand wird demnächst im Heimathafen Neukölln eine Choreografie um die Geschichte eines Fußballers aus dem Wedding spinnen. Der Blick in den aktuellen Tanzkalender zeigt: Ehemalige HZT-Studierende sind mit ganz unterschiedlichen Handschriften sehr präsent auf Berliner Bühnen.

Was 2007 als vierjährige Pilotphase startete, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte gemausert, an der die Universität der Künste Berlin, die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und das Netzwerk TanzRaumBerlin beteiligt sind. Junge Kreative aus aller Welt schätzen an dem Bachelor- und den zwei Masterstudien­gängen den praxisnahen und experimentellen Zuschnitt. Ein rein tanztechnisches Studium wird nicht geboten, dafür die Möglichkeit, in intensiven Austauschprozessen das eigene künstlerische Profil zu schärfen.

„Wir versuchen den Studierenden eine Palette aufzuzeigen, auf welch unterschiedliche Weise man heutzutage arbeiten kann“, betont der künstlerische Direktor Nik Haffner. Weg vom Einzelkämpfertum und hin zu kooperativen Arbeitsformen, das sei die Devise.
Aktuell wird an Formaten gestrickt, die die Körperkunst im Jubiläumsjahr aus dem Bühnenraum hinaus in das städtische Umfeld tragen sollen. So wird der Masterstudien­gang Choreografie als Sommerprojekt ungewöhnliche Räume, wie etwa alte Industriehallen, bespielen. Aber davor wird die erste Dekade gebührend gefeiert: mit einem Festakt, einer Buchpräsentation und anschließendem Tanz in den Mai. 

Jubiläumsfest: 30.4., 20 Uhr, Uferstr. 23, ­Wedding, Eintritt frei, www.htz-berlin.de