Berlinalefilm

3 Tage in Quiberon

Die Berlinerin Emily Atef konzentriert sich auf drei Tage im Leben von Romy Schneider, als diese sich im März 1981 an die bretonische Küste in ein Sanatorium zurückgezogen hat. Romy bekommt Besuch: von ihrer Freundin Hilde (Birgit Minichmayr), vom Fotografen Robert Lebeck (Charly Hübner) und vom „Stern“-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdek), der ein großes Interview plant. Alle vier verbringen eine denkwürdige Zeit zusammen.

Foto: Peter Hartwig/Rohfilm Factory Prokino

Auf der Berlinale sorgte Marie Bäumer jüngst mit ihrer Darstellung der Schneider für Aufsehen, jenes Weltstars also, der Bäumer seit vielen Jahren „verfolgt“, weil eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den beiden nicht zu verleugnen ist.

Mit in der Ästhetik der Lebeck-Fotos gehaltenen Schwarzweiß-Bildern breitet Atef ein Sujet aus, in dem die Schauspieler zu großer Form auflaufen, allen voran Bäumer. Und obwohl sie sich in vielen Momenten Romy Schneider visuell sehr annähert, ist viel entscheidender, dass sie eine in sich stimmige Figur entwickelt, mit all ihren Widersprüchen. Da ist diese Sucht nach Aufmerksamkeit und das Verlangen nach Privatsphäre. Da schimmert die lebenslustige Frau ebenso durch wie die verzweifelte. Was Romy Schneider im März 1981 noch nicht ahnt: Nur wenige Monate später stirbt ihr 14-jähriger Sohn bei einem Unfall. Am 29. Mai 1982 stirbt Romy Schneider, wohl auch an einem gebrochenen Herzen.

D 2018, 115 Min., R: Emily Atef, D: Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Robert Gwisdek, Charly Hübner

3 Tage in Quiberon

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