Kino

303

Jule (Mala Emde) hat ihre Biochemieprüfung verbaselt, Jan (Anton Spieker) wird für ein Stipendium abgelehnt. Doch nicht nur das grämt die 24-Jährige: Jule ist schwanger. Sie setzt sich in ihr ­altes Wohnmobil Marke Mercedes Hymer 303 (in der Realität: 308) und macht sich von Berlin aus auf zu ihrem Freund, er arbeitet in Portugal. Der gleichaltrige Jan ­möchte seinen leiblichen Vater kennenlernen, der lebt in Nordspanien. Auf einem Rastplatz begegnen sich Jule und Jan. Und sie werden eine einzigartige Reise durch das südliche Westeuropa erleben.

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Foto: Alamode Film

Hans Weingartner: ein streitbarer Querkopf, Österreicher mit Wahlheimat Berlin. Bereits seine Filme „Die fetten Jahre sind vorbei“, „Free Rainer“ und „Die Summe meiner einzelnen Teile“ waren gespickt mit Kapitalismus-Ohrfeigen.

Und wo steckt nun in „303“ die ­Message? Jule und Jan verwickeln einander während ihrer sonnendurchfluteten Tour durch Belgien, Frankreich und ­Spanien in endlose Diskussionen über buchstäblich Gott und die Welt. Und gerade ­diese ­Sequenzen sind wegen ihres Gehalts ­extrem unterhaltsam und erinnern an Richard Link­laters „Before Sunrise“. ­Allerdings dauert dieser Trip in den Süden bei Weingartner stolze 145 Minuten, es bleibt also auch Zeit für Jule und Jan, nonverbal zueinander zu finden. Man sieht diesem Paar ­gerne zu bei der Reise ins Erwachsenwerden. 

D 2018, 145 Min., R: Hans Weingartner, D: Mala Emde, Anton Spieker, Start: 19.7.

Infos und Termine

303 (2018)

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