Städtetrip mit Weitblick

36 Stunden in Berlin

Berlin ist großartig. Und riesig. Einmal durchlaufen und alles sehen? Wird schwierig. Wer mal fix die Hauptstadt besucht und trotzdem so viel wie möglich entdecken will, braucht also einen guten Plan in der Tasche.

So viel zu sehen, so wenig Zeit: Berlin in 36 Stunden funktioniert nur mit einem guten Plan in der Tasche. Foto: fotolia.de ©tichr #121145066

2 Abende + 2 Morgen + 1 Tag + 1 Anreise + 1 Abreise = 1000 Erlebnisse. Berlin für ganz Schnelle – das geht nur mit richtig guter Planung. Manche Berliner leben Jahre lang hier, ohne alles zu entdecken oder auch nur einmal alle Sehenswürdigkeiten gesehen zu haben. Man sieht: Es wird tricky. Und dennoch ist es möglich. Denn Berlin verfügt über ein dichtes Verkehrsnetz, das den Run-Through möglich macht, hat hier und da eine Rundfahrt eingebaut und lässt von dem einen oder anderen Aussichtspunkt weit blicken. Also, 36 Stunden und maximal viel sehen? Here we go!

Berlin mit Plan – Sightseeing in effizientester Form

Berlin ist immer eine Reise wert, so viel ist klar. In wenigen Städten gibt es so viel Unterschiedliches zu sehen und zu entdecken – es soll sogar möglich sein, jahrelang in der Stadt zu wohnen und immer noch nicht alles gesehen zu haben. Zum einen kommt immer wieder etwas Neues hinzu, zeitgleich ist Berlin aber einfach riesig es braucht viel Zeit, um wirklich alle Sights zu entdecken.

Berlin ist auch ein beliebtes Ziel für Städtereisen. Geschäftsleute kommen hierher und hängen an den Freitags Termin einfach noch zwei Übernachtungen dran, andere fahren zu Hause am Freitag nach der Arbeit los und wollen mal ein Wochenende lang Großstadt-Luft schnuppern. So oder so ist das Ziel meistens: In kurzer Zeit möglichst viel entdecken. Damit das funktioniert, muss die Reise perfekt strukturiert sein und ein guter Plan bestehen, der zumindest Prioritäten und eine groben Zeitplan enthält und so das planlose umherlaufen erspart, das ja sonst eigentlich auch ganz entspannt sein kann, aber selten wirklich zu allen wichtigen Orten bringt. Einen Überblick über die Möglichkeiten, Must-Do’s und nötige Planung gefällig? Kommt sofort.

Der gute Plan

Alles was in wenig Zeit möglichst effektiv ablaufen soll, braucht eine gute Planung. Heißt: Einfach hinfahren und loslaufen funktioniert nicht. Stattdessen ist es ratsam vorher zu überlegen, was genau eigentlich mit auf die Liste muss und was stattdessen links liegen gelassen wird. Denn selbst bei noch so guter Planung und durchgemachten Nächten: ALLES sehen funktioniert in 36 Stunden nicht. Und selbst wenn – da würde der ganze Spaß auf der Strecke bleiben. Aber einen guten Überblick über die Stadt zu erhalten und ein Besuch der wichtigsten Sights mit typisch berlinerischen Erlebnissen, das ist machbar. Deswegen vorher: Liste machen und überlegen, was ausgelassen wird.

Die bekanntesten Sights sollten gerade für Noch-Nie-Dagewesene auf der Liste stehen. Diese wären:

  1. Das Brandenburger Tor mit der Quadriga
  2. Der Reichstag als Sitz des deutschen Bundestages
  3. Die East Side Gallery
  4. Die Museumsinsel – Weltkulturerbe
  5. Der Fernsehturm beim Alexanderplatz
  6. Gedächtniskirche und Kurfürstendamm
  7. Der Potsdamer Platz
  8. Das Sony Center
  9. Die Siegessäule
  10. Das Holocaust Mahnmal
  11. Der Gendarmenmarkt
  12. Das Nikolaiviertel
  13. Das Alte Museum und der Lustgarten
  14. Der Bebelplatz
  15. Das Zeughaus Unter den Linden
  16. Die Neue Wache
  17. Der Checkpoint Charlie
  18. Die Oberbaumbrücke
  19. Der Hauptbahnhof
  20. Humboldt Box am Berliner Schlossplatz, zukünftiger Standort des Stadtschlosses
Die Museumsinsel mit dem Alten Museum und dem sich anschließenden Lustgarten ist ein Ort der Ruhe und der Kultur – und ein absolutes Must-See. Foto: fotolia.de ©edan #115013817

Damit wäre schon ein beachtliches Programm auf die Beine gestellt, das erst einmal bewältigt werden muss. Wie viel Zeit dann an den einzelnen Plätzen verbracht werden darf, ist Planungssache und nach individuellem Gusto anzupassen. Wichtig ist: Der Plan muss stehen, bevor es auf die Reise geht. Dazu noch ein paar wichtige Infos.

Die Grundlagen

Berlin ist multizentrisch aufgebaut. Es gibt zwar den Stadtteil Berlin Mitte, allerdings heißt das nicht, dass außerhalb dieser Mitte nichts zu finden ist. Typische Aktivitätszentren mit jeweils unterschiedlichen Ausrichtungen sind

  • Alexanderplatz mit vorwiegend Einzelhandel
  • Rathaus/Stadthaus für Politik und Öffentlichkeit
  • Spreeinsel für Museen und Kultur und
  • Hackescher Markt für Dienstleistungen und intensiver touristischer Nutzung.

Diese sollen in Zukunft zu einer „Inneren Mitte“ verbunden werden, so dass auch der Raum dazwischen touristisch und zum Verweilen genutzt werden kann, das ist jedoch Zukunftsmusik.

Fest steht, dass Berlin riesig ist und die einzelnen Sights zwar fußläufig zu erreichen sind, aber effizienter erreicht werden können, wenn man sich an die öffentlichen Verkehrsmittel hält. Die Nutzung der Öffis ist in Berlin recht klar strukturiert:

  • Die U-Bahn als Mittel zum schnellen Vorankommen auf weiteren Wegen
  • Die S-Bahn als Verbindung zu den äußeren Bezirken
  • Bus und Tram decken den Innenstadtbereich detailliert ab

Taxi und Car-Sharing wirken als ergänzende Angebote, die individuelle Wege möglich machen, aber besonders in der Innenstadt eher hinderlich und für touristische Besuche überflüssig sind. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geht das Vorankommen außerdem weit günstiger von statten. In Berlin gibt es zudem eine sogenannte Welcome Card für 19,99 Euro, die für 48 Stunden gültig ist und Rabatte für die eine oder andere Attraktion bietet.

Für 36 Stunden allerdings sollte eine reguläre AB-Tageskarte reichen, die die Bewegung im Kernbereich für 7 Euro pro Person bis 3 Uhr nachts möglich macht. Werden außer an Tag zwei Fahrten mit den Öffis nötig, lohnt sich die Welcome Card hingegen doch – bei drei Tageskarten wären die Kosten von 21 Euro über dem Tarif der Welcome Card. Hier kommt es also auf die individuelle Planung an.

Reisen mit leichtem Gepäck

Da ein Städtetrip meist viel Unterwegs-Sein und Mobilität bedeutet, möchte niemand viel Gepäck mit sich rumschleppen. Am Tag zwischen den Übernachtungen können diese zwar in der Unterkunft bleiben, aber auch bei An- und Abreise ist zu viel Gepäck eher hinderlich. Deswegen empfiehlt sich: Reisen mit leichtem Gepäck. Bequeme Schuhe, ein simples Outfit mit Wechselkleidung für An- und Abreise sowie die Kultursachen sind völlig ausreichend, für tagsüber reicht ein kleiner Rucksack mit Platz für Portemonnaie, Stadtplan, was zu trinken und eine leichte Jacke. Fehlt dann doch etwas, herrscht die Gewissheit: In Berlin kriegt man alles und das dank Spätis beinahe rund um die Uhr.

Ankommen – und los

Der Start ins Abenteuer läuft erst einmal über die Anreise. Der erste Abend wird dann zumeist ganz gemütlich verbracht, zumal eine Reise ja auch recht anstrengend sein kann. Bei gutem Essen kommt auch die Seele in Berlin an und die Vorbereitung auf eine gute Zeit läuft dann wie von selbst.

Hinkommen

Es gibt verschiedenste Arten nach Berlin zu kommen. Die einen reisen mit Auto oder per Mitfahrgelegenheit an, andere präferieren den Fernbus oder die Bahn und wieder andere kommen geflogen und landen an den Flughäfen Tegel oder Schönefeld. Alles ist möglich, aber am einfachsten ist doch die Wahl der öffentlichen Verkehrsmittel. Alle Fernbahnhöfe sind an den Nahverkehr angeschlossen und auch die Flughäfen sind auf diese Weise zu erreichen. Aber Achtung: Der Flughafen Schönefeld liegt etwas weiter außerhalb als Tegel, so dass hier ein besonderes Ticket (inkl. Bereich C) fällig wird.

Eine der Top 20 Sights und Ankunftspunkt für viele Besucher: Der Hauptbahnhof. Foto: fotolia.de ©Berlin85 #116327903

Mit den Öffis geht es dann – je nach Ankunftszeit erst einmal zur Unterkunft, bevor ein Gang in den Berliner Abend ansteht. Wobei könnte man besser abschalten und sich auf einen Städtetrip einstimmen als bei einem guten Essen?

Der erste Abend: Ankommen bei gutem Essen

Deswegen ist das auch der erste Programmpunkt. Berlin hat eine Fülle an Restaurant, Bistros, Restos, Foodtrucks und Büdchen, an denen etwas zu Essen zu organisieren ist. Sowohl exotische Plätze sind da zu finden als auch die gute alte Berliner Currywurst – ein Geschmack, der zu Berlin gehört wie der Fernsehturm.

Kurz gesagt: Es gibt wirklich alles. Besondere Empfehlungen liefert das Magazin ZITTY Essen gehen oder die Stammgäste, die jeweils einen besonderen Tipp zum Heimweh-Essen aus einer bestimmten Region haben:

Aber auch feinste Fusionsküche aus Schwaben und Süd-Korea und natürlich Currywurst gibt es in Berlin zu finden. Man suche sich also etwas, dass das Herz begehrt und Abwechslung auf den Teller bringt – Berlin kann da nämlich deutlich mehr als die meisten Städte. Und nicht verzagen, auch am zweiten Abend kann noch viel verspeist werden.

Berlin bei Nacht: Tanzen oder Schlafen?

Berlin ist eine Stadt mit großartigem Nachtleben. Gemütliche Bars und Lounges, abgeranzte Uralt-Kneipen, Clubs mit den freshesten Beats und Strandbäder mit relaxten Hippy-Sounds. Auch hier ist für jeden was dabei, die Auswahl ist sogar so reichhaltig, dass ein paar Berliner sich zusammen getan haben und einen Clubmatcher kreiert haben, der nach Angabe der persönlichen Einstellung und passender Musik dazu eine Auswahl an Clubs auswirft, die dem eigenen Geschmack am besten matchen.

Ob das an diesem Abend noch drin ist, ist eine Glaubensfrage. Die einen sind nach Berlin gekommen um mal richtig was zu erleben, die anderen sind hier um möglichst viel von der Stadt zu sehen und wollen am nächsten Tag ausgeruht starten – beides ist möglich und im Zeitplan inbegriffen. Natürlich ist auch ein Mittelding mit zwei bis drei Bierchen und frühem Schlafengehen drin – Berlin kann alles!

Schlafplätze für jedes Budget

Wer 36 Stunden in Berlin bleibt und nicht beide Nächte durchtanzen will, der braucht eine Unterkunft. Vom Camping Platz bis zum besten Hotel am Platz gibt es einige Abstufungen, so ist wieder für jeden Geldbeutel was dabei. In Hostels finden sich vor allem junge Reisende, Backpacker aus internationalen Gefilden sind genauso dort untergebracht wie Jugendgruppen – mit kleinem Budget ist es genau das richtige. Ebenfalls gibt es natürlich reguläre Hotels, die für 45-75 € Zimmer anbieten und damit in der Mittelklasse liegen, manche widmen sich einem speziellen Thema und haben so noch etwas Besonderes für die Gäste parat. Wer individueller wohnen will findet über Vermietungsplattformen wie AirBnB, 9flats oder fewo-direkt Angebote von Privatvermietern. Für ganz gehobene Ansprüche sind auch das Adlon Kempinski, das Hilton, das Ritz-Carlton und viele andere Luxus-Hotels zu haben.

Am besten: Vorher buchen und den Schlafplatz sicher haben als vor Ort noch lange rumsuchen. Effizienz funktioniert schließlich am besten mit guter Planung, das trifft auch in diesem Fall zu. Zugunsten der kurzen Wege sollte zusätzlich darauf geachtet werden, dass eine U-Bahnstation in direkter Nähe ist oder gar die eine oder andere Sight fußläufig erreicht werden kann.

Der Letzte Tag

Effizientes Sightseeing geht am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Hop-On Hop-Off Busse sind eine Möglichkeit, alternativ fährt auch die Linie 100 an allen wichtigen Stationen vorbei – für ein ganz normales AB-Ticket. Foto: Anna Issakova #135721026

Dann ist auch schon der „letzte Tag“ angebrochen und damit die Hauptlast des Besuches. Möglichst viel sehen steht wohl bei den meisten auf den Plan, deswegen lohnt sich der Sprung in die bequemen Schuhe, die bereit sind, die Füße durch ganz Berlin zu tragen –
und dann geht’s auch schon los!

Der frühe Vogel…

…fängt den Wurm. Das ist auch auf einem Städtetrip nach Berlin nicht anders: Wer viel sehen will, der sollte sich möglichst früh auf die Socken machen und um 8, spätestens 9 Uhr fertig vor der Unterkunft stehen. Die Tour des ganzen startet der Einfachheit halber am Alexanderplatz, aber auch jeder andere Einstiegspunkt passt und lässt sich mit der Linie 100 leicht ausmachen.

Sightseeing 10

Zum Sightseeing verschafft man sich zunächst einen Überblick. Das geht am allerbesten mit einer Tour im Bus – allerdings braucht es in Berlin dafür keinen speziellen Hop-On-Hop-Off-Bus, auch wenn es diese zu Hauf gibt. Stattdessen reicht eine Fahrt mit der Linie 100, die alle wichtigen Sights abklappert und regulär mit dem AB Ticket befahrbar ist.

Rundfahrt mit der 100

Die Buslinie 100 fährt einmal an den wichtigsten Sights von Berlin vorbei. Natürlich kann auch an jeder Station zu und ausgestiegen werden und alles von nah erkundet werden. Die Tour dauert eine halbe Stunde und geht bis zum Bahnhof Zoo. Die Stationen sind:

  • Der Alexanderplatz, hier geht es los
  • Fernsehturm
  • Marienkirche
  • Neptunbrunnen
  • Marx-Engels-Forum
  • Berliner Dom
  • Altes Museum
  • Schlossbrücke
  • Zeughaus
  • Neue Wache
  • Hedwigskathedrale
  • Bebelplatz
  • Humboldt Universität
  • Unter den Linden
  • Brandenburger Tor
  • Haus der Kulturen der Welt
  • Elefantentor
  • Gedächtniskirche, vom Bahnhof-Zoo aus sichtbar und fußläufig zu erreichen

Damit wären in kürzester Zeit schon mal ein Großteil der Top 20 gesichtet, so dass hier schon mal ein bisschen was von Liste gestrichen werden kann. Bleiben noch 11 der Sights, die nun zu Fuß von Nahem zu erkunden sind.

Der Kurfürstendamm ist ganz in der Nähe des Bahnhof Zoos. Die traditionelle Einkaufsmeile und Hauptverkehrsader der Stadt bietet sowohl Schaufenster zum Nase-Platt-Drücken als auch Cafés zum Verweilen. Sicher ist aber, dass das KaDeWe und die Architektur durchaus sehenswert sind und sich prima mit einem kleinen Bummel vereinbaren lassen.

Aber nicht in Shopping-Wahn verfallen, denn schon steht die nächste Sight auf der Liste: Der Potsdamer Platz. Der ist von der U-Bahn-Haltestelle Kurfürstendamm innerhalb von 12 Minuten zu erreichen, dafür einfach die U1 Richtung Warschauer Straße nehmen und am Wittenbergplatz in die U2 Richtung Pankow umsteigen.

Einen „Überblick“ verschaffen

Gestatten: Berlin zu Ihren Füßen. Der Blick vom Kollhoff-Hochhaus lässt über die City schauen, bis zum Fernsehturm und dem Berliner Dom. Foto: fotolia.de ©ted007 #97077267

In dem modernen Quartier wartet dann ein Wandel zwischen futuristischen Hochhäusern auf die Besucher und zusätzlich ein Weitblick: Das Kollhoff-Hochhaus ist mit 103 Metern das höchste Gebäude am Potsdamer Platz und bietet sowohl den schnellsten Fahrstuhl Europas als auch eine Aussichtsplattform in der 25. Etage.
Am Potsdamer Platz befindet sich ebenfalls das Sony Center, das mit seiner Architektur neue Blickwinkel aufwirft und auch ein Punkt der Top 20 ist – der somit nach kurzer Verweildauer abgehakt wäre.

Lunch auf Berlinerisch: Ick esse Streetfood

Wer schon früh auf Achse war, bei dem kündigt sich jetzt vermutlich ein kleines Hüngerchen an – kein Problem, denn schließlich findet sich der Standort nun genau in Mitte – da, wo viele Foodtrucks täglich vorrübergehend ihr Zelte aufschlagen und die Bewohner, Angestellten und Passanten mit feinsten „Kleinigkeiten“ versorgen. Die Standorte lassen sich täglich online einsehen. Ansonsten gibt es aber auch viele andere kleine Cafés und Restos, an denen sich etwas zu Essen ergattern lässt.

Die wichtigsten Spots von nahe – und ein Sundowner an der Spree

Danach geht es zu Fuß weiter, schließlich tut ein Verdauungsspaziergang gut. Dieser lässt sich wunderbar durch den Tiergarten machen, nun in Richtung Reichstag, ein imposanter Bau mit schöner Glaskuppel, der sich – bei wenig Andrang und mehr Zeit – auch besichtigen lässt. Auf halbem Wege, bei Kreuzung der Straße des 17. Juni, lässt sich nach links ein Blick auf die Siegessäule werfen, rechts hingegen findet sich das Brandenburger Tor, das nach einem Blick auf das Reichstagsgebäude noch einmal von nahem auf der Liste steht. Gleich dahinter findet sich das Holocaust Mahnmal. Ein Platz des Gedenkens und des Umherstreifens, der an das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte erinnert.

Danach wird es Zeit für einen weiteren Ausblick. Am Checkpoint Charlie – 15 Minuten Fußweg entfernt – findet sich der Weltballon Berlin, der auf 150 m Höhe aufsteigt. Ein ganzes Stück höher als vom Kollhoff-Hochhaus bietet sich erneut ein toller Blick auf Berlin, bei dem sich die nächsten Stopps bereits erblicken lassen.

In 12 Minuten geht es dann von der Haltestelle Kochstraße aus mit der U6 in Richtung Alt-Mariendorf bis Hallesches Tor, da nimmt die U1 weiter Fahrt in Richtung Warschauer Straße auf. Am Schlesischen Tor geht es raus und über die Spree. Die Oberbaumbrücke führt weiter in den Osten, wo am Flussufer linker Hand die East Side Gallery wartet.
Im gemütlichen Schlendergang können Kunstwerke aus aller Welt bestaunt werden, die die Überreste der Berliner Mauer aus ihrem tristen Grau befreien. Gleich dahinter findet sich am Spreeufer der ein oder andere Strandclub, auch manches Bar-Schiff liegt hier am Ufer und lädt zum Sundowner ein – eine Einladung, die man annehmen sollte. Mit Blick auf die Oberbaumbrücke bzw. die Spree wird der Tag Revue passieren gelassen.

Ein Plätzchen an der Spree bietet einen herrlichen Ausblick auf die Oberbaumbrücke und den Fernsehturm – der Spot, um den Tag noch einmal durchzugehen und zur Ruhe zu kommen. Foto: JFL Photography #141487892

Ein Abend für Plattfüße

Dann geht’s – verdientermaßen – mit der S-Bahn zurück in die Innenstadt. Ab Ostbahnhof fährt die S75 Richtung Westkreuz zum Alexanderplatz, willkommen zurück in Mitte. Von hier aus lässt es sich erneut in jegliche Himmelsrichtung ausschwirren, um ein Abendessen der Wahl aufzunehmen. Erneut gilt: Berlin hat wirklich alles, drum darf’s sein, was immer auch gefällt.

Es lohnt sich dennoch, danach zurück zu kehren und gestärkt einen Abendspaziergang durch das Nikolaiviertel zu unternehmen. Die Altstadt von Berlin lockt mit kleinen Gässchen, romantischen alten Bauten und einem gewissen Künstlerflair. Wer gar nicht erst verschwinden will, findet übrigens auch dort etwas Essbares: Das Nikolaiviertel weist die höchste Gastronomiedichte der Stadt auf. Nach diesen letzten Schritten des Tages sind die Füße froh ins Bett zu kommen – Zeit für einen verdienten Erholungsschlaf.

Ein Frühstück für die Erinnerungskiste

Nach einem ereignisreichen Tag bleibt noch ein Morgen in Berlin, der kulinarisch noch einmal richtig ausgenutzt werden kann – schließlich braucht es eine anständige Stärkung bevor es auf die Heimreise geht.

Beliebte Frühstück Spots

Ob es ein kleines Frühstück oder ein ausgiebiger Brunch sein soll, entscheidet in erster Linie die verbleibende Zeit. Für beide Gelegenheiten gibt es tolle Locations, eins der Top 9 Cafés zum Frühstück – das House of Small Wonder – findet sich auch in direkter Nähe zum Gendarmenmarkt, die letzte Sight, die noch nicht von der Liste der Top 20 gestrichen werden konnte.

Freundlich winken und „Auf Wiedersehen!“ sagen: Der beste Weg aus der Stadt

Und dann, ja, dann ist es Zeit, „Auf Wiedersehen!“ zu sagen. An einem Sonntagmorgen mag der Verkehr aus der Stadt recht entspannt sein, so dass das Auto dieses Mal keine Behinderung darstellt, allerdings ist hier natürlich auch jedes öffentliche Verkehrsmittel wieder recht, um nach Hause zu kommen. Wichtig: Freundlich winken nicht vergessen, so wie die Liste, was nächstes Mal noch dringend näher anzuschauen ist!

Warum sich wiederkommen lohnt

Berlin ist großartig! 36 Stunden haben bereits einen schönen Einstieg geliefert, die neuen Eindrücke zu verarbeiten wird ein Momentchen in Anspruch nehmen. Dann aber sollte es heißen: Zurück nach Berlin! Denn was nun ein sehr streng getaktetes Programm war, enthielt lang noch nicht alles, was Berlin zu bieten hat. Da wären noch mehr Aussichtsplattformen, Stunden im Park und Street-Art-Werke zu bestaunen, andere Cafés und Restaurants zu entdecken, stille Orte zu sehen und Spaziergänge zu machen, die nun – der knappen Zeit geschuldet – schlicht unter den Tisch gefallen sind. Eine Wiederkehr lohnt sich also in jedem Fall, zumal sich ständig etwas an der Stadt tut. So wird in der neuen Inneren Mitte sicherlich einiges zu sehen sein und Ausstellungen, Konzerte und Theaterstücke bieten ohnehin ein ständig wechselndes Programm, das nur in immer wiederkehrenden Besuchen zu erfassen ist. So lange sagt Berlin: „Bis bald!“ und freut sich auf das nächste Mal.

Kommentiere diesen beitrag