Thriller

A Beautiful Day

Joaquin Phoenix auf einer einsamen Tour de Force

Joe (Joaquin Phoenix) rettet entführte Kinder
Foto: Constantin

Joaquin Phoenix ist und bleibt einer der besten Schauspieler seiner Generation und beweist dies erneut im neuen Film der Schottin Lynne Ramsay, die uns bereits 2011 mit „We Need to Talk About Kevin“ eine kinematografische Ohrfeige verpasste.

In „You Were Never Really Here“, so der viel passendere Originaltitel, spielt Phoe­nix einen introvertierten Typen namens Joe mit einem ungewöhnlichen Job: entführte Kinder befreien, mit jedem Mittel. Sein Mittel, das ist bevorzugt ein Hammer, mit dem er die Entführer malträtiert. Ein wortkarger, rabiater Typ mit wie auch ­immer gearteter gewalttätiger Vergangenheit, davon künden die vielen Narben auf seinem Körper. Und einer, der dann doch Stellung beziehen muss, als er in eine üble Intrige gerät.

Der auf der Vorlage von Jonathan Ames beruhende Thriller lässt an berühmte Vorbilder von „Leon, der Profi“ bis zu „Taxi Driver“ denken, Filme mit gewalttätigen Einzelgängern, die außerhalb der Gesellschaft existieren. Lynne Ramsay findet aber dank ihrer fast beiläufig wirkenden Inszenierung mit verwaschenen, indirekt die Szenerie einfangenden Bildern doch ihren ganz eigenen Ton. Zudem hat sie ­Joaquin Phoenix, dessen ganzer Körper ­einen Typen charakterisiert, der schon sehr lange keinen Beautiful Day mehr ­hatte. Dafür gab es 2017 in Cannes den Darstellerpreis.

„You Were Never Really Here“, GB 2017, 95 Min., R: Lynne Ramsay, D: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Ekaterina Samsonov

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